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“HUMAN” vernetzt internationale Initiativen zur Stärkung der Pflege im ländlichen Raum

Das 2025 begonnene, INTERREG-finanzierte Projekt HUMAN sammelt und verbreitet europaweit Initiativen zur besseren Versorgung Pflegebedürftiger im ländlichen Raum. Das Projektteam, bestehend aus Projektleiter Prof. Dr.-Ing Dietmar Wolff, Projektmanagerin Désirée Neeb und EU-Netzwerkmanagerin Katrin Müller zieht eine erste Zwischenbilanz.

Désirée Neeb, Katrin Müller und die assoziierten Projektpartnerinnen Laura Stahl und Laura Sipple von BayernInnovativ auf dem Projekttreffen von HUMAN 2026; Bild: Hochschule Hof;

Désirée, Katrin, ihr wart Mitte März 2026 auf einem Partnermeeting in Portugal. Worum ging es da?

Désirée: “Kern des Meetings war ein Workshop der Partnerregionen zur Lage ihrer digitalen Gesundheitsversorgung. Wir haben zusammen ermittelt, welche Herausforderungen, Bedarfe und Lösungen wir schon haben und wie wir konkret zusammenarbeiten wollen. Zusätzlich haben sich verschiedene Healthtech-Unternehmen vorgestellt, die sich für Kooperationen mit europäischen Partnern interessieren.”

Was habt ihr aus dem europäischen Austausch bisher gelernt?

Désirée: “Das umfasst alle digitalen Technologien, die medizinische Leistungen effizienter, sicherer und patientenzentrierter machen. In Deutschland ist das untrennbar mit der Telematikinfrastruktur verbunden: Das ist das bundesweite Kommunikationsnetz für alle Akteure im Gesundheitswesen. Mit ihr hängen die elektronische Patientenakte und e-Rezepte zusammen. Wir haben also unseren Partnern über die Schultern gesehen und festgestellt, dass wir an einem ähnlichen Punkt stehen, egal ob in der Schweiz, Schweden oder Irland.”

Katrin: “Dieser Workshop in Portugal zeigte auch gut, worum es im Projekt geht: Am Anfang stehen Herausforderungen, die alle europäischen, ländlich geprägten Regionen haben. Wir sammeln auch, was wir schon sehr gut können. Danach tauscht man Lösungen aus, und entwirft eine gemeinsame Vorgehensweise für die Zukunft.”

Der Austausch mit unseren Partnern in Portugal hat gezeigt, dass die Herausforderungen im ländlichen Raum EU-weit ähnlich sind. Ich sehe darin eine große Chance: Was wir in Deutschland mit der elektronischen Patientenakte und sicherem Datenaustausch bereits etablieren, kann als Vorbild für andere europäische Regionen dienen. Umgekehrt lernen wir viel von den Ansätzen unserer Partner.“

Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Projektleiter

Das Projektkonsortium von HUMAN; Bild: ERNACT;

Wie viele und welche Partner habt ihr im Projekt?

Katrin: “Das Konsortium umfasst zehn europäische Partner aus den Bereichen Forschung, Wirtschaftsförderung und öffentlicher Verwaltung – darunter Ministerien und regionale Behörden – aus Deutschland, Irland, Schweden, Portugal, Slowenien, der Schweiz, Zypern und Bosnien-Herzegowina.”

Désirée: “Sehr wichtig für die Arbeit in der bayrischen und deutschen Gesundheitsversorgung ist unsere Stakeholdergruppe. Wir treffen uns zweimal jährlich mit Multiplikatoren, die in ihrer Arbeit für das Gesundheitswesen ganz Bayern abdecken, und oberfränkischen Kommunen.”

Katrin: “Flankiert wird das Projekt vom bayrischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention. Gemeinsam mit BayernInnovativ arbeiten sie daran, die Umsetzung der Telematikinfrastruktur in Bayern insbesondere über das Projekt „Healthcare BY your side“ in die Breite zu bringen. Diese Stakeholder arbeiten besonders eng mit uns zusammen, und waren in Portugal auch mit vor Ort.”

Worüber haben die Unternehmen gesprochen?

Katrin: “Zum Beispiel darüber, wie man Online-Termine von Arztpraxen so entlohnen kann, dass es sich für die Praxen lohnt, man sie aber auch für gute Versorgung und Beratung der Patienten bezahlt und nicht nur für die Anzahl von Online-Terminen.”

Was passiert mit den Ergebnissen eurer Austausche?

Désirée: “Der nächste logische Schritt ist nun, aus diesen offenen Diskussionen und dem geteilten Potenzial unseres Netzwerks konkrete Maßnahmen abzuleiten. Wir werden die gesammelten Best Practices nutzen, um praxistaugliche Lösungen zu entwickeln, die in Bayern genutzt werden können.”

Katrin Müller
Désirée Neeb

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