Wir sind bei digitalen Prüfungen gestartet – und beim Demokratieverständnis geendet.“
Dieser Satz brachte am Ende der „Tage des Lehrens & Lernens“ (TdLL) an der Hochschule Hof auf den Punkt, worum es in den vergangenen Wochen wirklich ging: nicht nur um Modulhandbücher, Prüfungen, digitale Tools oder KI, sondern um die Frage, wie Hochschullehre künftig gemeinsam gestaltet werden kann.
Im Mittelpunkt standen dabei bewusst die Perspektiven der Studierenden. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung wurden Studierende auf dem Campus aktiv eingebunden: Bei mehreren Live-Befragungen sowie über eine Online-Umfrage teilten sie ihre Erfahrungen, Wünsche und Kritikpunkte rund um Hochschullehre. Viele Gespräche entstanden spontan zwischen den Vorlesungen, direkt dort, wo Hochschulleben stattfindet.
Die gesammelten Perspektiven bildeten anschließend die Grundlage für einen Workshop mit Studierenden am 20. April 2026. Diskutiert wurde unter anderem über Modulhandbücher, Prüfungsgestaltung, Transparenz, Feedbackkultur und die Rolle von Studierenden in der Weiterentwicklung der Hochschullehre.

Besonders intensiv wurde das Thema Studierendenzentrierung diskutiert. Viele Studierende formulierten den Wunsch, nicht nur bewertet, sondern stärker gehört und aktiv in Lehr- und Prüfungsprozesse einbezogen zu werden.
Dabei wurde deutlich: Studierende wünschen sich transparente Prüfungen, nachvollziehbare Erwartungen und mehr Orientierung – aber auch echte Möglichkeiten zur Mitgestaltung.
Die Ergebnisse des Workshops flossen anschließend in den Dialograum der TdLLam 27. April 2026 ein. Dort kamen Lehrende und Studierende in einem offenen Austausch zusammen, um gemeinsam über gute Lehre, zukunftsorientierte Prüfungen und den Umgang mit digitalen Technologien zu diskutieren.
Die Lehre ändert sich massiv, d.h. wir wählen als Reaktion auf die Bedürfnisse der Studierenden andere Wege der Wissensvermittlung und -verfestigung. (…) Wir würden uns wünschen noch mehrere Studierende zu erreichen, die dabei mitwirken möchten, wie sie ausgebildet werden – daran arbeiten wir und darüber diskutieren wir.“
unterstrich Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Vizepräsident für Lehre und Weiterbildung in seiner Begrüßung der Teilnehmenden.
Genau darum ging es an diesem Nachmittag: Nicht übereinander sprechen – sondern miteinander. In Gesprächen auf Augenhöhe diskutierten Lehrende und Studierende über Fragen, die Hochschulen aktuell überall beschäftigen:
- Wie können Prüfungen kompetenzorientierter werden?
- Welche Rolle spielen digitale Prüfungsformate?
- Wie schaffen wir Transparenz und Fairness?
- Wie kann Beteiligung über klassische Evaluationen hinaus gelingen?
- Und wie muss Lehre gestaltet sein, damit Studierende aktiv lernen, mitdenken und sich einbringen können?
Dabei zeigte sich schnell, dass viele Herausforderungen nicht nur didaktische, sondern auch kulturelle Fragen betreffen.
Was bleibt?
Sowohl Lehrende als auch Studierende betonten die zentrale Bedeutung von:
- Transparenz – etwa bei Prüfungen, Anforderungen und Strukturen,
- wirksamem Feedback, das sichtbar zu Veränderungen führt, sowie
- echter Beteiligung und Dialog.
Deutlich wurde außerdem:
Prüfungen sollen verständlich, früh planbar und noch enger mit der Lehre verzahnt sein. Gleichzeitig wünschen sich viele Studierende mehr Einblicke in hochschulische Prozesse und Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung.
Die Tage des Lehrens & Lernens verstanden sich dabei nicht als abgeschlossene Veranstaltung, sondern als Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen.
Das Didaktikzentrum der Hochschule Hof begleitet diesen Prozess künftig weiter:
- als Unterstützungs- und Beratungsstelle für Lehrende,
- als Raum für Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden,
- und als Schnittstelle zwischen strategischen Zielen und konkreter Lehrpraxis.
Geplant sind unter anderem weitere Austauschformate, niedrigschwellige Informationsangebote für Studierende sowie die Aufbereitung zentraler Themen rund um Transparenz, Prüfungen und Beteiligung.
Die TdLL haben gezeigt: Gute Hochschullehre entsteht dort, wo Perspektiven zusammenkommen, Diskussionen zugelassen werden – und Studierende nicht nur mitlernen, sondern mitgestalten.
Auch das TVO-Hochschulmagazin 4you berichtet ausführlich über die „Tage des Lehrens & Lernens“ 2026: Zum Beitrag





