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International Teaching Weeks 2021: Digital erfolgreich – aber nicht ohne Wehmut

Es war wieder soweit: Dem zweijährigen Turnus folgend, haben wir – der Pandemie zum Trotz – auch in diesem Frühjahr unsere International Teaching Weeks 2021 stattfinden lassen. Eine Durchführung nach dem bewährten Muster der vergangenen Jahre, in denen wir unsere Gastdozierenden von den Partnerhochschulen für eine Woche in Hof empfangen haben und diese vor Ort mit unseren Studierenden gearbeitet haben, war aber natürlich leider nicht möglich. Aber wir haben die Chance genutzt und neue digitale Formate auf internationaler Ebene ausprobiert – ein durchaus spannendes Unterfangen!

Lehrende aus 12 Ländern bereicherten die Veranstaltungen; Bild: Hochschule Hof;

Internationale Gäste in allen Fakultäten

Unsere Fakultäten Wirtschaft, Ingenieurwissenschaften und Informatik haben KollegInnen aus aller Welt eingeladen, online mit den Studierenden zu interagieren. Mit dabei waren Lehrende aus 12 Ländern (USA, Mexiko, Argentinien, Belgien, Niederlande, Italien, Österreich, Griechenland, Russland, Kasachstan, Ukraine und Japan). Wir haben uns gefreut „alte Hasen“ zu begrüßen, die bereits in den Vorjahren dabei waren, aber auch einige neue KollegInnen haben sich eingebracht.

Internationales Co-Teaching: Zukunftsweisendes Format mit Spaßfaktor

Angeboten wurden die verschiedensten Lehrformate: klassische Hand-Over Lehrveranstaltungen, bei denen der Gast ganze Lehreinheiten übernommen hat bis hin zu gemeinsamen Lehrveranstaltungen von Hofer Lehrenden mit ihren internationalen Partnern.  Da die Veranstaltungen alle online stattfanden, konnten wir zum Teil auch Studierende unserer Partnerhochschulen integrieren.

Ein gelungenes Beispiel für dieses internationale Co-Teaching ist der Online-Hackathon, den Prof. Dr. Jürgen Heym (HS Hof) und Prof. Joseph Oakes von der PennState Abington, USA, gemeinsam für Studierende der Informatik angeboten haben. Neben Studierenden aus Hof und Abington waren auch Studierende der Epitech (Frankreich) und dem Vishwakarma Institute of Technology (Indien) beteiligt. Mehrere internationale Teams (jeweils 4-6 Studierende) entwickelten hier gemeinsam Prototypen von eCommerce-Anwendungen.

Die Rückmeldungen der Studierenden waren sehr positiv – wir sollten dieses Format wieder anbieten.

Prof. Dr. Jürgen Heym

Ein ähnliches Modell verfolgte Prof. Dr. Sebastian Leuoth. Er hat gemeinsam mit Abay Nussipbekov von der Suleyman Demirel University in Kasachstan eine Veranstaltung im Bereich Maschinelles Lernen durchgeführt. Studierende beider Hochschulen haben hier gemeinsam gelernt und erarbeitet, wie intelligente Kameras funktionieren. Dabei hat sich gezeigt, dass das gemeinsame Arbeiten über Zeitzonen hinweg zu Missverständnissen führen kann. Wie im „echten“ Berufsleben mussten die Teilnehmer schnell und flexibel reagieren. Das bedeutete auch, sich an die Arbeitszeiten des Anderen anzupassen und viel an den Wochenenden zu arbeiten.

„Lustig war, dass unser Auftakt verspätet starten musste, da wir die Zeitumstellung in Kasachstan bei den Planungen übersehen haben. Somit war Team Hof eine Stunde zu zeitig. In Summe war es aber eine schöne Erfahrung für alle Beteiligten.“

Prof. Dr. Sebastian Leuoth

Kulturaustausch digital – mit kleinen Hindernissen

Die Angebote der International Teaching Week haben Studierende und Lehrende mit anderen Arbeits- und Lernkulturen in Kontakt gebracht. Das konnte durchaus auch mal herausfordernd sein, z.B. was die Lehrsprache Englisch anging. Alle Beteiligten mussten sich auf wechselnde Akzente einstellen, mal russisch gefärbt, mal französisch – so, wie es später im Berufsleben immer wieder vorkommen kann.

Unsere internationalen Gastdozenten begeisterten unsere Studierenden nachhaltig für neue Kulturen, wie das Beispiel von Prof. Marc Löhr von der Yamaguchi University in Japan zeigt. Seine Beiträge in den Marketingveranstaltungen von Prof. Stefan Wengler faszinierten einige Studierende so sehr, dass sie sich spontan für ein Studiensemester in Japan beworben haben. Aus dem digitalen Austausch erwächst so bald ein echtes Kulturerlebnis.

Ein wenig Wehmut

Einige Lehrangebote laufen derzeit noch, aber schon jetzt sind die International Teaching Weeks 2021 ein Erfolg. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und das digitale Format als brauchbaren Weg für internationale Kontaktpflege und Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden aus aller Welt entdeckt. Neue Lehr- und Kollaborationsformen wurden ausprobiert. Diesen Weg werden wir über die ITW 2021 hinaus fortsetzen und ausbauen mit unserem DAAD geförderten fakultätsübergreifenden Projekt „International Interdisciplinary Partnership Program (I2P2)“.

Natürlich freuen wir uns alle, uns bald wieder persönlich treffen zu können. Nicht selten entwickeln sich kleine und große Projektideen aus Gesprächen bei einem Kaffee oder einem abendlichen Glas Wein. Angebotene Online-Meetings zum Vernetzen, wie unsere digitale Auftaktveranstaltung oder die Kennenlernrunde für die teilnehmenden internationalen Studierenden, funktionieren, sind aber kein echter Ersatz für eine gemeinsame Vor-Ort-Erfahrung, bei der man gemütlich im Biergarten ein Hofer Bier und ein Paar Bratwürste genießt.

Jörg Noldin
Susanne Krause
Tina Seidel

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