Die Hochschule Hof ist vor kurzem erneut als „Fairtrade University“ ausgezeichnet worden. Grundsätzlich bedeutet dieser Titel, dass sich die Hochschule Hof aktiv für faire Handelsbedingungen, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung einsetzt. Die Auszeichnung ist aber kein einmaliger Erfolg, sondern an ein andauerndes Engagement gebunden. Darüber haben wir mit Elisa Lehmann von der Studierendeninitiative Fairtrade Group Hof gesprochen.

Frau Lehmann, was bedeutet dieser Titel konkret für unsere Hochschule?
„Die Auszeichnung zeigt, dass sich die Hochschule Hof gezielt mit den globalen Lieferketten auseinandersetzt und das nachhaltige Handeln für Studierende vorlebt. Fairtrade bedeutet grundsätzlich, dass Produzenten – vor allem Kleinbauern und Beschäftigte in Entwicklung und Schwellenländern – fair entlohnt werden und unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen arbeiten können. Durch angemessene Preise und stabile Handelsbeziehungen wird ihre wirtschaftliche Situation nachhaltig verbessert.“
Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit eine Hochschule als „Fairtrade University“ zertifiziert wird, und wie setzen wir diese an der Hochschule Hof um?
„Für die Auszeichnung zur Fairtrade-University muss eine Hochschule fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel auf verschiedenen Ebenen betreffen.
1. Hochschulbeschluss
Die zentralen Organe der Hochschulverwaltung und der Studierendenschaft fassen einen gemeinsamen Beschluss, aus dem hervorgeht, dass sich die Hochschule für die Auszeichnung als Fairtrade-University bewerben möchte. Die zentralen Organe sind je nach Bundesland und Hochschule unterschiedlich organisiert und benannt.
2.Steuerungsgruppe
An der Hochschule wird eine Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-University und darüber hinaus die Aktivitäten rund um den fairen Handel koordiniert. Die Steuerungsgruppe ist die treibende Kraft hinter der Kampagne und kümmert sich um die Umsetzung der Kriterien und organisiert Aktionen und Veranstaltungen rund um fairen Handel auf dem Campus. Die Gruppe besteht aus mindestens drei Personen, sollte aber insbesondere für die Durchführung der Veranstaltungen weitere Unterstützerinnen und Unterstützer gewinnen.
3. Produkte bei Veranstaltungen
Bei Sitzungen und offiziellen Veranstaltungen der Hochschule sowie bei Sitzungen der zentralen Organe der Studierendenschaft und der Verwaltung werden mindestens zwei Fairtrade-Produkte angeboten. Die Anzahl richtet sich nach der Studierendenzahl.
4. Fairtrade Produkte auf dem Campus
Produkte aus fairem Handel sind auf dem Campus in Geschäften, Cafeteria, Mensa und Automaten verfügbar: Kaffee, Reis, verschiedene Teesorten sowie verschiedene Schokoriegel.
5. Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit rund um Fairtrade
Auf dem Campus finden mindestens zweimal im Semester Veranstaltungen zum fairen Handel statt, um das Thema kontinuierlich an der Hochschule präsent zu halten. An unserer Hochschule wird das durch die studentische Initiative umgesetzt.
Wir möchten das Bewusstsein für Fairtrade stärken und organisieren deshalb jedes Semester zwei Projekte, in denen wir Fairtrade Produkte anbieten. Letztes Wintersemester haben wir Fairtrade Glühwein, Lebkuchen und Hot Chocolate verkauft. Durch diese Projekte kümmern wir uns darum, dass die Hochschule den Titel „Fairtrade University“ langfristig behält.“

Welche Rolle spielen Studierende, Mitarbeitende und Lehrende dabei, das Thema Fairer Handel im Hochschulalltag sichtbar zu machen?
„Grundsätzlich können alle einen Beitrag dazu leisten, das Thema fairer Handel im Hochschulalltag sichtbar zu machen. Die Studierenden organisieren verschiedene Aktionen wie Glühwein, Lebkuchen Verkaufsstand mit Informationen rund um das Thema Fairtrade, um so den fairen Handel in der Hochschule anzutreiben. Mitarbeitende unterstützen die strukturelle Umsetzung der Fairtrade Aktionen und tragen dazu bei, dass bei der Beschaffung von Produkten verstärkt fair gehandelte Produkte berücksichtigt werden. Lehrende greifen das Thema Fairer Handel in Vorlesungen, Seminaren oder Projekten auf und fördern damit Nachhaltigkeitshemen.



Durch die Kooperation der verschiedene Gruppen wird das Thema Fairer Handel dauerhaft im Hochschulalltag sichtbar.“
Warum ist Fairer Handel gerade für eine Hochschule ein wichtiges Thema – über den reinen Konsum hinaus?
„Die Hochschule Hof spielt eine zentrale Rolle in Bildung und Forschung, denn sie bildet zukünftige Fach- und Führungskräfte aus. Damit übernimmt sie Verantwortung und vermittelt Werte wie soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Fairer Handel ist ein wichtiges Thema – über den reinen Konsum hinaus, da Studierende sich mit den Produktionsbedingungen, Umweltstandards und Handelsstrukturen weltweit auseinandersetzen. So dient die Hochschule Hof als ein Ort der nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Verantwortungsbewusstsein fördert. Insgesamt ist Fairer Handel für die Hochschule wichtig, da sie aktiv an einer nachhaltigen Welt mitwirken.“
Welche nächsten Schritte oder neuen Projekte sind geplant, um das Engagement der Hochschule Hof für Fair Trade weiter auszubauen?
„Für dieses Semester sind wieder zwei Projekte geplant. Wer gerne auf dem neusten Stand bleiben möchte, kann unserer Instagram Seite „fairtradeuniversityhof“ folgen. Dort informieren wir über unsere kommenden Projekte.“
Vielen Dank!