Der Hofer Herbstmarkt: Bratwurstduft in der Luft, Bierbrunnen im Dauereinsatz, dicke Jacken trotz fast zweistelliger Temperaturen – und mittendrin die Hochschule Hof, die gezeigt hat, dass Forschung nicht nur im Labor oder auf Servern funktioniert, sondern auch direkt zwischen Marktständen und Fußgängerzone.
Auf der großen Bühne stand Prof. René Peinl vom Institut für Informationssysteme (iisys). Keine PowerPoint, keine Technikshow, sondern nur er, ein Flipchart und ein Mikrofon. Damit schaffte er es, die Passantinnen und Passanten für eine kleine Reise in die Welt der Künstlichen Intelligenz zu gewinnen. Und die war nicht nur lehrreich, sondern vor allem zum Schmunzeln. Wer hätte gedacht, dass eine KI zwar problemlos versteht, dass „Der buale Efenalt sgrnit fhöclirh üebr das dnüne Siel“ eigentlich „Der blaue Elefant springt fröhlich über das dünne Seil“ heißt – aber bei einem Würfelbild so rechnet, dass auch die seitlich sichtbaren Flächen mitgezählt werden? Mathe schwach, Texte stark – das Publikum hatte sichtlich Spaß an den „schönsten Fehlern von Mensch und Maschine“.



Nicht weit davon entfernt hielten Dr. Julia Frank und Michael Schmidt vom Institut für nachhaltige Wassersysteme (inwa) die Stellung am Stand des „Kompetenzzentrums Nachhaltige Schwammstadt/-region“. Mit Winterjacke und Geduld präsentierten sie Projekte und Forschungsergebnisse – wenn auch ein wenig abseits vom eigentlichen Marktgeschehen. Der Publikumsstrom floss eher Richtung Bratwurststand und Bierbrunnen. Aber genau dort liegt die Kunst: Wissenschaft verständlich erklären, auch wenn das Umfeld nach Essen und Trinken giert.

Und dann war da noch Morten Weber, Student an der Hochschule Hof. Mit großem Eigenengagement stellte er beim Nachhaltigkeitsmarkt „HofHaltig“ Projektideen rund um das Thema Wolle vor, alles Ergebnisse aus einer sog. „Ideationweek der Studierenden“. Sein Stand zeigte: Forschung kann handfest, kreativ und nah an den Menschen sein. Für ihn war klar, dass die Hochschule nicht nur Wissen vermittelt, sondern Teil der Stadtgesellschaft ist – sichtbar, ansprechbar und offen.


So war die Teilnahme der Hochschule Hof am Herbstmarkt ein buntes Bild: Wissenschaft auf der Bühne, mitten im Alltag, manchmal ein wenig im Schatten der Bratwurstbude, aber immer mit dem Anspruch, Forschung dort hinzubringen, wo sie hingehört – zu den Menschen. Mit Witz, mit Engagement und mit der Einladung, einfach mal stehen zu bleiben, zuzuhören und mitzumachen.



