Kostenlos abonnieren

Werden Sie regelmäßig per E-Mail über neue Ausgaben der campuls informiert. Sie können Ihr kostenloses Abo jederzeit einfach online über den Abmeldelink im Newsletter kündigen.

Weitere Infos zu Datenschutz & Widerrufsrecht finden Sie hier.

Unternehmen können von KI-Anwenderzentrum am iisys profitieren

Die Herausforderungen der modernen Welt werden immer komplexer und der Mensch braucht immer bessere Unterstützung durch Computer, um mit der Fülle an Informationen umgehen zu können. Dabei nehmen künstliche Intelligenz, bzw. maschinelle Lernverfahren einerseits und interdisziplinäre Zusammenarbeit andererseits einen zunehmend großen Stellenwert ein. Das Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof (iisys) trägt diesen Entwicklungen Rechnung, indem es ein KI-Anwenderzentrum gründet, das zukünftig auch Unternehmen zu Gute kommen soll. Was es damit auf sich hat, erklärt Institutsleiter Prof. Dr. René Peinl:

Bild: pixabay.com

Herr Prof. Dr. Peinl, wie kamen Sie auf die Idee des neuen KI-Anwenderzentrums?

Wie alle Institute unserer Hochschule, überprüft auch das Institut für Informationssysteme (iisys) regelmäßig seine strategische Aufstellung und versucht den Nutzen für die Region auch für die Zukunft möglichst hoch zu halten. Wir begreifen das neue KI-Anwenderzentrum als eine Plattform für die interdisziplinäre Zusammenarbeit über Forschungsgruppen, Forschungsinstitute und die Hochschule hinaus. Vom Ergebnis der Zusammenarbeit sollen auch externe Partner profitieren, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen, die alleine keine KI-Umsetzungskapazitäten haben.

Wie soll die Zusammenarbeit genau funktionieren?

Für das KI-Anwenderzentrum stellen Forschungsgruppen mit stärkerem Informatik-Fokus eine Hard- und Softwareplattform sowie Know-How über technische Aspekte des maschinellen Lernens zur Verfügung. Damit werden Forschungsgruppen mit stärkerem Anwendungsfokus und auch Unternehmen der Region in die Lage versetzt, maschinelle Lernverfahren für ihre Anwendungsgebiete zu evaluieren. Zudem können damit – basierend auf existierenden Modellen – eigene Lösungen trainiert werden. Man profitiert also gegenseitig voneinander. Ich denke, das ist ein hochinteressantes Angebot gerade für die Unternehmen der Region und hilft die Abhängigkeit von globalen Konzernen zu reduzieren.

Themenauswahl des KI Anwenderzentrums vom Technologiebereich (innen, gelb) zu anwendungsorientierten Verfahren (blau) hin zu den Anwendungsgebieten (außen); Grafik: Hochschule Hof;

Können Sie hierfür ein praktisches Anwendungsbeispiel geben? Was ist hier beispielsweise denkbar?

Zunächst gewinnen beide Seiten: Anwender und Techniker. Die Anwender profitieren von dem zur Verfügung gestellten technischen Know-How und den vortrainierten Modellen, die sie unmittelbar einsetzen, oder auf eigene Bedürfnisse spezialisieren können. Die Techniker wiederum profitieren von den Erkenntnissen der Einsetzbarkeit ihrer Verfahren in neuen Anwendungsgebieten und dem Erschließen zusätzlicher Daten für das Training ihrer Modelle. Eine Win-Win-Situation.

Ich möchte ein Beispiel geben: Nehmen wir an, ein Unternehmen will über Sprachassistenten die innerbetriebliche Logistik verbessern – es ist zum Beispiel möglich, Staplerfahrern über Sprachsynthese die nächsten Aufträge vorzulesen oder über Spracheingabe Rückmeldung über erledigte Aufträge zu geben. Das Unternehmen profitiert so von den trainierten Spracherkennungs- und Sprachsynthese-Modelle der Hochschule Hof. Es kann schnell herausfinden, ob die Qualität für ihren individuellen Anwendungsfall ausreicht. Es fallen dann in der Praxis auch Daten an, die wiederum genutzt werden können, um die Spracherkennungssysteme weiter zu trainieren und sie z.B. für Störgeräusche weniger anfällig zu machen. Die Forscher erkennen bestehende Defizite der Lösung und können z.B. an der Integration von Rauschfiltern arbeiten, die dann auch in anderen Projekten bessere Ergebnisse ermöglichen.

Prof. Dr. Peinl bei seiner Arbeit an der Forschung zur Sprachsynthese; Bild. Hochschule Hof;

Wer wird das KI-Anwenderzentrum zukünftig betreuen, wo laufen die Fäden zusammen?

Im Technologiebereich tätig sind zu Beginn die Forschungsgruppen der Professoren Göbel (Mobilität), Scheidt (eHealth) und Peinl (Sprachassistenz), sowie Prof. Weber auf der Schnittstelle von Recht und IT. Erweitert wird die Kompetenz durch Experten aus der Fakultät Informatik, die aktuell noch keine eigene Forschungsgruppe leiten. Namentlich sind das die Kollegen Leuoth, Groth und Spangenberg.

Und im Anwenderbereich selbst…?

Im Anwenderbereich tätig sind die Forschungsgruppen der Professoren Wolff, Wengler und Riedel. Die Professoren Wagener und Zöllner, sowie Kollegin Markus haben bereits die Absicht bekundet im Rahmen ihrer Forschungstätigkeiten im KI Anwenderzentrum mitzuwirken.

Können sich auch weitere Forschende anschließen?

Natürlich. Weitere Forscher sind herzlich willkommen sich am KI-Anwenderzentrum zu beteiligen. Durch die Kooperation zwischen den Forschern im Anwenderbereich, Technologiebereich, sowie bereichsübergreifend wird der interdisziplinäre und übergreifende Wissensaustausch gesichert, so dass in einer Anwendung gut funktionierende Verfahren auch für andere Anwendungen erprobt werden können sowie technologische Probleme, z.B. bei der Stabilisierung von Trainingsfortschritten gemeinschaftlich effektiv gelöst werden.


Prof. Dr. Rene Peinl
Rainer Krauß

Mehr zum Thema