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Junge Forscherinnen erlebten einen Sommer voller Innovation am ibp

Der letzte Sommer brachte frischen internationalen Forschergeist an die Hochschule Hof: Zwei talentierte Nachwuchsforscherinnen – Anisha Jarang aus den USA und Shaelagh Stephan aus Kanada – verbrachten mehrere Monate am Institut für Kreislaufwirtschaft der Bio:Polymere (ibp) und arbeiteten dort an aktuellen Fragestellungen der Polymer- und Biopolymerforschung. Beide waren dabei Teil des EISBiR-Projektes (“campuls-digital” berichtete) und erlebten eine intensive Zeit, die ihnen nicht nur neue wissenschaftliche Perspektiven eröffnete, sondern auch das besondere Umfeld der Hochschule Hof näherbrachte.

Die beiden Jungforscherinnen aus Nordamerika hier mit Blick auf das Höllental im Landkreis Hof; Anisha Jarang (li.) und Shaelagh Stephan; Bild: privat;

Die Studentinnen kamen aus unterschiedlichen Fachrichtungen: Anisha Jarang studiert Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an der University of Virginia, während Shaelagh Stephan Maschinenbau an der Western University in Ontario, Kanada, belegt. Trotz ihrer verschiedenen akademischen Hintergründe fanden beide am ibp ein gemeinsames Forschungsfeld: die nachhaltige Entwicklung neuartiger Materialien.

Anisha arbeitete im Bereich der Polymerwissenschaften an der Verbesserung der thermischen und mechanischen Eigenschaften von P3HB- und P3HB4HB-Blends unter Einsatz von Elektronenstrahlbestrahlung. Die enge Zusammenarbeit mit Partnern der TU Dresden, wo Teile der Materialbestrahlung stattfanden, vermittelte ihr einen tiefen Einblick in die deutsche Forschungslandschaft und deren ausgeprägte interuniversitäre Kooperationen.

Shaelagh beschäftigte sich mit der Verarbeitung von Biopolymeren auf einem gleichläufigen Doppelschneckenextruder. Ihr Projekt zeigt, wie vielfältig Biopolymere als nachhaltige Werkstoffe eingesetzt werden können. Besonders wertvoll war für sie der komplette Einblick in den Forschungsprozess – von der Literaturrecherche über statistische Versuchsplanung bis hin zur Probenanalyse.

Ein Institut, das Begeisterung weckt

Das ibp bot beiden jungen Forscherinnen dabei ideale Voraussetzungen, um sich wissenschaftlich zu entwickeln: modern ausgestattete Labore, ein kollegiales Team und eine offene, kollaborative Arbeitskultur. Besonders „EISBiR“ – ein Projekt für biobasierte Innovation – wurde für beide schnell zu einem echten Zuhause auf Zeit. „Gemeinsame Aktivitäten, kurze Wege im Team und die spürbare Leidenschaft der Mitarbeitenden schufen eine sehr angenehme Atmosphäre, die der Forschung zugutekam. Die Begeisterung der Menschen hier ist ansteckend“, berichtet Anisha.

Man spürt, dass nachhaltige Materialentwicklung an der Hochschule Hof nicht nur ein Forschungsfeld, sondern Überzeugung ist.”

Anisha Jarang

Auch Shaelagh betont:

Vom ersten Tag an fühlte ich mich als Teil des Teams. Die Unterstützung, die ich erfahren habe, war außergewöhnlich.”

Shaelagh Stephan

Forschen in Hof – und Europa entdecken

Neben der intensiven Arbeit im Labor nutzten beide ihre Zeit in Deutschland, um Land und Kultur kennenzulernen. Wochenendausflüge führten sie in Städte wie Berlin, Zürich, Nürnberg oder Barcelona. Auch die Region um Hof erwies sich als ideal für Outdoor-Fans: Die Saale, das Höllental oder die Sächsische Schweiz boten Naturerlebnisse, die den Forschungsalltag perfekt ergänzten.

Bild: privat;

Weichen für die Zukunft

Der Sommer in Hof hat bei beiden jungen Wissenschaftlerinnen Spuren hinterlassen. Anisha möchte nach ihrem Bachelorstudium ein Promotionsprogramm beginnen – am liebsten im Bereich nachhaltiger Polymere und Nanotechnologie. Shaelagh plant, nach dem Abschluss ihres Studiums erneut nach Deutschland zurückzukehren, um ihre Laufbahn in der Materialtechnik weiterzuführen.

Ihr gemeinsames Fazit: Die Zeit am ibp war nicht nur ein wichtiger Schritt in ihrer wissenschaftlichen Entwicklung, sondern auch ein persönliches Highlight.

Rainer Krauß

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