Kostenlos abonnieren

Werden Sie regelmäßig per E-Mail über neue Ausgaben der campuls informiert. Sie können Ihr kostenloses Abo jederzeit einfach online über den Abmeldelink im Newsletter kündigen.

Weitere Infos zu Datenschutz & Widerrufsrecht finden Sie hier.

Kickstart-Stipendiatin Antonia Ablass verbindet Nachhaltigkeit mit Design

Ein Förderprogramm als Sprungbrett: Mit dem „Kickstart“-Stipendium (“campuls-digital” berichtete) konnte die Textildesign-Absolventin Antonia Ablass eine ungewöhnliche Idee weiterentwickeln: Textilien, auf denen Pflanzen wachsen. Ihr Projekt zeigt, wie aus künstlerischen Ansätzen innovative Konzepte für eine nachhaltige Gestaltung entstehen können.

Antonia Ablass stellt ihr Projekt am Goethe-Institut in Glasgow vor; Bild: Leonie Hiller;

Antonia Ablass studierte von 2019 bis 2024 Textildesign am Campus Münchberg der Hochschule Hof. Schon früh interessierte sie sich für Nachhaltigkeit im Textilbereich. Während eines Projekts im Studium entstand schließlich die Idee, Stoffe so zu gestalten, dass Pflanzen darauf wachsen können.

„Das Prinzip ist eigentlich recht einfach“, erklärt Ablass. „Ich trage Samen auf den Stoff auf und integriere durch die textilen Techniken Bewässerungssysteme.“ Die Textilien werden dabei als Mode, Installationen oder Skulpturen umgesetzt. Erste Versuche im Studium zeigten, dass das Prinzip grundsätzlich funktioniert. In einem Semesterprojekt mit Studierenden aus dem Studiengang Innovative Textilien entstand daraufhin ein technisch sehr komplizierter Prototyp. Dieser funktionierte zwar nicht wie erhofft, war jedoch trotzdem ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Weiterentwicklung des Projekts.

Freiraum durch Förderung

Das Kickstart-Stipendium unterstützt Studierende und Absolventinnen und Absolventen mit bis zu 7.500 Euro, um Prototypen zu entwickeln. Ablass nutzte die Förderung, um in Pumpen, Bewässerungstechnik, Arduino-Steuerungen, Samen und 3D-Druck-Materialien zu investieren. Auch die Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Weberei wurde dadurch möglich.

„Die finanzielle Freiheit hat es mir ermöglicht, mich auszuprobieren und auch riskantere Entscheidungen zu treffen.“

Antonia Ablass, Designerin

Auf diese Weise konnte sie ein breites Portfolio an Prototypen aufbauen, eine Grundlage für weitere Förderungen und Stipendien, die sie mittlerweile erhalten hat. Besonders lehrreich war für sie dabei die strategische Planung: Schon bei der Antragstellung musste sie genau kalkulieren, welche Anschaffungen wirklich sinnvoll sind.

Künstlerische Wege und internationale Anerkennung

Seit dem Abschluss ihres Studiums konnte Antonia Ablass zahlreiche Projekte realisieren, unter anderem bei Künstler-Residenzen in Schottland und Portugal. Auch ihre erste Einzelausstellung hat sie bereits verwirklicht. Im November wird sie beim Circular Strategies Symposium in Wien ihre Arbeit vorstellen.

Das positive Feedback motiviert sie: „Nur durch den Zugang zu den Arbeitsmitteln konnte ich mich in neue Themen wie Microcomputer-Programmierung oder 3D-Druck einarbeiten – Kompetenzen, die mein Wissen um Textilien sehr sinnvoll erweitern.“ Die Resonanz auf ihr Projekt sei von Beginn an groß gewesen, berichtet sie. Schon im Rahmen ihrer Bachelorarbeit, die sie eng mit dem Kickstart-Stipendium verknüpfte, habe sie viel positives Feedback von Lehrenden und Mitstudierenden erhalten.

Textilien für Stadtbegrünung

Zukünftig möchte Ablass ihr Projekt stärker in den Bereich Architektur und Stadtbegrünung entwickeln. Ziel ist es, textile Lösungen für begrünte Installationen im urbanen Raum zu schaffen.

Ich kann auf Erfahrungen aus dem Kickstart-Stipendium aufbauen und hoffe, so dazu beitragen zu können, dass unsere Städte grüner werden.”

Antonia Ablass, Designerin

Rainer Krauß

Weitere Themen