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Praxisprojekte  bringen frische Ideen für Hochschule und Region

Wie lassen sich Studieninteressierte besser ansprechen? Wie kann Gründungskultur an einer Hochschule gestärkt werden? Und wie gewinnt ein Sportverein neue Mitglieder, wenn sein wichtigstes Event ausfällt? Antworten auf diese ganz praktischen Fragen haben Studierende der Hochschule Hof im Rahmen eines besonderen Lehrformats gesucht – und gefunden.

Bereits zum fünften Mal arbeiteten Studierende im Seminar von Prof. Dr. Andreas Wagener, Professor für Digitales Marketing an der Hochschule Hof, an realen Aufgabenstellungen; Bild: Hochschule Hof;

Das Konzept, das von Prof. Dr. Andreas Wagener gemeinsam mit Anne-Christine Habbel, Leiterin Forschungsmarketing, erstellt wurde, hat sich über die Jahre bewährt: Statt fiktiver Fallstudien bearbeiten die Studierenden konkrete Herausforderungen aus Hochschule und Region – mit dem Anspruch, dass ihre Ideen anschließend tatsächlich umgesetzt werden können.

Insgesamt fünf Projektgruppen präsentierten ihre Ergebnisse. Die Bandbreite reichte von Hochschulmarketing über Entrepreneurship bis hin zu Gesundheitskommunikation und Vereinsmarketing.

Einen besonders kreativen Ansatz entwickelte die Gruppe, die ein neues Messekonzept für das Studierenden-Recruiting entwerfen sollte. Ziel war es, den Messeauftritt der Hochschule moderner, interaktiver und einprägsamer zu gestalten. Vorgestellt wurden unter anderem eine Fußmatte im Kachel-Design der Hochschule, dreidimensionale Modelle der Hochschulstandorte, ein Puzzlewürfel sowie ein mobiles Schachspiel. Besonders originell fiel die Idee des Kartenspiels „Uno Unfold” aus, das den neuen Hochschul-Slogan „Unfold your career” spielerisch aufgreift.

Die Arbeitsgruppe “Messekonzept” zusammen mit Prof. Dr. Marco Linß; Bild: Hochschule Hof;

„Für mich gab es viele neue Impulse und Ideen, die zukünftig in unser Messekonzept Einzug finden”, sagt Melanie Fiedler-Zapf vom Studierenden-Recruiting. Auch ihre Kollegin Galina Wolf zeigt sich begeistert: „Diese Ideen motivieren uns sehr.” Begleitet wurde das Projekt zusätzlich von Prof. Dr.-Ing. Marco Linß, der sich mit den präsentierten Ergebnissen ebenfalls sehr zufrieden zeigte.

Forschung in Gründung bringen

Eine weitere Projektgruppe beschäftigte sich mit einem strategisch wichtigen Zukunftsthema der Hochschule: Entrepreneurship und Gründung. Im Auftrag von Vizepräsident Prof. Dr. Gerald Schmola analysierten die Studierenden Gründungsangebote anderer Hochschulen und führten ergänzend Interviews mit Akteurinnen und Akteuren der Hochschule Hof. Daraus entstand ein zehn Punkte umfassendes Empfehlungsprogramm zur Weiterentwicklung der Gründungskultur.

„Wir haben schon einige Punkte identifiziert, die wir jetzt direkt angehen möchten”, sagt Anne Christine Habbel, die die Gruppe betreut hat. Die Vorschläge sollen nun schrittweise geprüft und in bestehende Strukturen integriert werden.

Neue Aktive für den Drachenboot-Sport

Erneut mit dabei war auch der Faltbootclub Hof, der dieses Mal nach kreativen Wegen suchte, neue Mitglieder für seine Drachenboot-Sparte zu gewinnen. Da der niedrige Wasserstand des Untreusees seit zwei Jahren keine Drachenboot-Regatta zulässt und damit eine wichtige Plattform zur Mitgliedergewinnung weggefallen ist, entwickelten die Studierenden alternative Kommunikationsmaßnahmen.

Drachenboot-Sportwart Ralf Reusch vom Faltbootclub Hof (rechts) mit dem studentischen
Team kurz vor dem Start des Hofer Volksfestumzuges; Bild: privat;

Drachenboot-Sportwart Ralf Reusch betreute die Gruppe: „Es war phänomenal wie gut und schnell sich das Team in den Drachenboot-Sport eingearbeitet und kreative Ideen entwickelt hat. Bemerkenswert war auch das planmäßige Vorgehen und die praktische Umsetzung.“ Als Ergebnis können sich unter anderem ein neuer Instagram-Auftritt sowie eine stärkere Präsenz beim Hofer Volksfestumzug mit aufmerksamkeitsstarken Bannern sehen lassen.

Auch viele Gäste sahen sich die Abschlusspräsentationen im Digitalen Gründerzentrum
Einstein1 an; Bild: Hochschule Hof;

StartUpLab regt zum Mitmachen an

Auch zwei hochschulinterne Angebote standen im Mittelpunkt weiterer Projekte. Für das StartUpLab entwickelten die Studierenden eine geschärfte Corporate Identity sowie einen überarbeiteten Außenauftritt mit dem Ziel, die bereits hohe Sichtbarkeit des Angebots stärker in konkrete Handlungen zu überführen. „Bekanntheit allein reicht nicht aus – entscheidend ist, Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Genau hier hat uns das Projekt wichtige Impulse geliefert und unseren Außenauftritt nachhaltig weiterentwickelt“, erklärt Camilla Lenz vom StartUpLab.

Präsentation der Arbeitsgruppe “Startup-Lab”; Bild: Hochschule Hof;

Was macht das Mental Health Café?

Mit ungewöhnlichen Ideen beschäftigte sich außerdem eine Projektgruppe, die das Mental Health Café der Hochschule bekannter machen sollte. Als eine aufmerksamkeitsstarke Werbemaßnahme testeten die Studierenden verschiedene Obstsorten mit gelaserten Botschaften aus dem MakerSpace der Hochschule. Nach mehreren Versuchsreihen empfahlen sie insbesondere Bananen und Orangen als geeignete Werbeträger – eine ebenso kreative wie niedrigschwellige Möglichkeit, auf das Angebot aufmerksam zu machen.

Allerhand 3D-Print-Idee waren Teil der Präsentationen;
Bild: Hochschule Hof;

Für Prof. Dr. Andreas Wagener zeigt das Seminar einmal mehr, welchen Mehrwert praxisorientierte Lehre bieten kann:

„Studierende übernehmen Verantwortung, arbeiten wie kleine Agenturen für reale Auftraggeber und entwickeln Lösungen, die weit über das Semester hinaus Wirkung entfalten können“.

Prof. Dr. Andreas Wagener

Gleichzeitig profitieren Hochschule und externe Partner von einem unverstellten Blick auf ihre Herausforderungen – und von Ideen, die häufig den Weg in die Praxis finden.

Auch nach fünf gemeinsamen Durchgängen ist das Konzept damit längst mehr als eine Lehrveranstaltung: Es ist zu einer festen Schnittstelle zwischen Studium, Hochschule und Region geworden, an der Theorie und Praxis auf produktive Weise zusammenfinden.

Anne-Christine Habbel
Veröffentlichung: 21.07.2026

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