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“Bioplastics”, die Vierte: Wie die Hochschule biobasierte Kunststoffe neu denkt

Das Institut für Kreislaufwirtschaft der Bio:Polymere (ibp) an der Hochschule Hof veranstaltete am 24. und 25. Februar seine vierte Fachtagung unter dem Motto „Bioplastics – Approaches for Sustainable Product Development“. Mit der Online-Konferenz setzte das Institut seine erfolgreiche Veranstaltungsreihe fort und unterstrich erneut die wachsende Bedeutung biobasierter und biologisch abbaubarer Kunststoffe für eine nachhaltige Industrie und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Kübra Aslan (li.) und Lucas Großmann moderierten die Neuauflage der Online-Fachtagung;
Bild: Hochschule Hof;

Im Zentrum der zweitägigen Online-Tagung standen aktuelle Entwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Biokunststoffen – von der Rohstoffbasis über Materialentwicklung und Verarbeitung bis hin zu Produktdesign, Anwendung und End-of-Life-Strategien. Vorgestellt wurden sowohl neueste Forschungsergebnisse als auch praxisnahe Lösungsansätze aus der industriellen Umsetzung. Ziel war es, innovative Ansätze für eine nachhaltige Produktentwicklung aufzuzeigen und den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Nachwuchsforschenden weiter zu intensivieren.

100 Teilnehmende im intensiven Austausch

Rund 100 Teilnehmende aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Institutionen nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Die kostenfreie Teilnahme ermöglichte es Mitarbeitenden aus Unternehmen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich aktiv einzubringen und Einblicke in aktuelle Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu gewinnen.

Fachvorträge und wissenschaftliche Sessions mit Tiefgang

Das vielseitige Programm umfasste vier Fachvorträge renommierter Expertinnen und Experten, die strategische Perspektiven der nachhaltigen Produktentwicklung beleuchteten. Ergänzt wurden diese durch 16 wissenschaftliche Beiträge in vier thematisch gebündelten Sessions. Im Fokus standen innovative Materialkonzepte, neue Verarbeitungs- und Compounding-Technologien, Fragen der Recyclingfähigkeit und Kreislaufführung sowie anwendungsorientierte Produktentwicklungen.

Nachwuchsforschung im Spotlight: Die Postersession

Ein besonderes Highlight bildete die Postersession mit insgesamt zehn Beiträgen. Vor allem Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler präsentierten hier ihre aktuellen Forschungsarbeiten. Die digitale Umsetzung ermöglichte intensive Diskussionen in kleiner Runde und förderte gezielt die Anbahnung neuer Kooperationen.

Kontroverse Debatten und ganzheitliches Denken

Die Diskussionsrunden im Anschluss an die Vorträge wurden rege genutzt. Sie boten Raum für vertiefende Fragen, unterschiedliche Standpunkte und konstruktive Debatten über Herausforderungen und Potenziale nachhaltiger Kunststoffe. Deutlich wurde: Zukunftsfähige Produkte entstehen nur durch ganzheitliches Denken in Kreisläufen – von der Designphase bis zur Wiederverwertung.

Auszeichnung für exzellente Forschung

Eine besondere Ehrung erhielt Liu Hang von der Hochschule Aalen. Sie wurde für den besten Vortrag mit dem Thema „Micro-Embossing of Biopolymer Blends to Control Biodegradability“ ausgezeichnet. Ihre Präsentation überzeugte durch wissenschaftliche Qualität, Praxisrelevanz und Klarheit. Die Auszeichnung würdigt zugleich das hohe Niveau aller eingereichten Beiträge sowie das Engagement des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich nachhaltiger Polymerwerkstoffe.

Starkes Signal für Innovation und Verantwortung

Dank der sorgfältigen Planung und der engagierten Unterstützung des gesamten ibp-Teams verlief die vierte Fachtagung nahezu reibungslos. Die Veranstaltung machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit und kontinuierlicher Wissenstransfer sind, um nachhaltige Lösungen im Kunststoffbereich voranzubringen.

Mit der vierten Fachtagung setzte das ibp erneut ein starkes Zeichen für Innovation, Verantwortung und Zukunftsorientierung. Die positive Resonanz motiviert bereits jetzt zur Fortführung des erfolgreichen Formats im Frühjahr 2028.

Alexandra Witzig

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