Am 13. Februar 2026 wurde ich zur Preisverleihung des kbo-Innovationspreises Mental Health/Sozialpsychiatrie nach München eingeladen. Meine Bachelorarbeit mit dem Titel „Social-Media-Nutzung, sozialer Vergleich und der Selbstwert: Eine Untersuchung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ wurde hier mit dem zweiten Platz in der Kategorie Bachelorarbeiten ausgezeichnet und im Rahmen der Veranstaltung mit einer persönlichen Laudatio von Frau Dr. med. Margitta Borrmann-Hassenbach (Vorständin kbo) geehrt.
Die Veranstaltung begann mit Begrüßungsworten, in denen die Bedeutung innovativer, praxisnaher Forschung im Bereich psychischer Gesundheit hervorgehoben wurde. Anschließend hielt Prof. Dr. med. Johannes Hamann einen 30-minütigen Fachvortrag zum Thema „Rückkehr an den Arbeitsplatz nach psychischer Erkrankung – Ergebnisse der RETURN-Studie“. Der Vortrag verdeutlichte, wie zentral es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Verbesserungen der Versorgung zu überführen und den Dialog zwischen Forschung und Praxis kontinuierlich zu stärken.

Im Anschluss wurden die Preisträgerinnen und Preisträger geehrt. Die Auszeichnung meiner Arbeit in diesem Rahmen bedeutet mir sehr viel und bestätigt zugleich die gesellschaftliche Relevanz des Themas. Die digitale Lebenswelt prägt den Alltag junger Menschen in hohem Maße. Soziale Medien sind dabei nicht nur Kommunikationsräume, sondern auch Vergleichsräume, die das Selbstbild, das Erleben von Zugehörigkeit und den Selbstwert nachhaltig beeinflussen können. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Prozessen ist aus meiner Sicht zentral, um Risiken besser zu verstehen, Schutzfaktoren zu identifizieren und langfristig präventive sowie unterstützende Ansätze zu einer gesunden Social-Media-Nutzung weiterzuentwickeln.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Auszeichnung meiner Arbeit durch den kbo-Innovationspreis zusätzliche Bedeutung. Der Preis würdigt herausragende empirische und praxisbezogene wissenschaftliche Arbeiten im Bereich psychische Gesundheit und Sozialpsychiatrie und steht für eine Qualitätskultur, die Innovation nicht als Selbstzweck versteht, sondern als Impuls für konkrete Verbesserungen in der Versorgung. Gerade angesichts steigender psychischer Belastungen und neuer Anforderungen durch digitale Lebenswelten unterstreicht der Preis die Bedeutung eines engen und kontinuierlichen Austauschs zwischen Forschung und Praxis.
Es war mir eine große Ehre, diesen besonderen Rahmen mit weiteren ausgezeichneten Forschenden zu teilen – von Bachelor- über Masterarbeiten bis hin zu Dissertationen. Der Austausch in diesem Kreis war ausgesprochen inspirierend und hat mir erneut gezeigt, wie wichtig es ist, aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der mentalen Gesundheit, mehr Aufmerksamkeit zu schenken und sie zu entstigmatisieren. Mit dem Innovationspreis bieten die Kliniken des Bezirks Oberbayern (kbo) angehenden Forschenden eine wertvolle Möglichkeit, praxisrelevante Forschung in diesem Bereich voranzubringen. Damit kann die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder seelischen Behinderungen kontinuierlich verbessert werden, wodurch aktiv ein Beitrag zur Förderung mentaler Gesundheit geleistet wird.
Herzlichen Glückwunsch, Emely Scholz, für diese herausragende Leistung!