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6. EU-Forum: Bedeutung der Europäischen Union für die Region bleibt weiterhin groß

Die Bedeutung der Europäischen Union für die Region stand im Mittelpunkt des mittlerweile 6. EU-Forums an der Hochschule Hof, zu dem knapp 50 interessierte Besucherinnen und Besucher vor Ort gekommen waren. Sie hörten u.a. Vorträge zur Frage „Was tut die EU eigentlich in Oberfranken?“ und konnten über die dabei gewonnenen Erkenntnisse engagiert diskutieren.  

Das 6. EU-Forum an der Hochschule Hof – immer wieder gab es interessierte Nachfragen zu Beiträgen und Podiumsdiskussion; Bild: Hochschule Hof;

Prof. Dr. Peter Schäfer, der Campuls-digital bereits im Vorfeld ein lesenswertes Interview gegeben hatte, betonte bei seinem thematischen Ausflug in den EU-Haushalt, dass die von den EU-Mitgliedsstaaten eingebrachten Gelder auch in Deutschland eingesetzt werden: Pro Jahr fließen demnach insgesamt rund 80 Millionen Euro nach Oberfranken – wiederzufinden in Kultur, Infrastruktur oder eben auch in Forschungsprojekten an der Hochschule Hof. Immerhin 10 Prozent des 170 Mrd. € schweren Budgets der EU fließt in die Forschungsförderung, 5 Millionen davon kamen seit 2017 an die Hochschule Hof.

Renke Deckarm, Sprecher der EU-Kommission in Bayern und Baden-Württemberg, widersprach in seinem Beitrag der weit verbreiteten Auffassung der Bürgerferne der EU.  Beispielsweise der neue „Green Deal“ der EU sei vielmehr als direkte Reaktion auf die Fridays for Future-Bewegung entstanden. „Ohne die jungen Menschen, die freitags auf die Straße gehen, hätte es keinen Green Deal gegeben. Sie wurden gehört.“ Vieles dabei stütze sich auch auf die Digitalisierung der Verwaltung: „Die EU nimmt Geld für das Ziel, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, viel Geld in die Hand“, so Deckarm. Er betonte aber auch:

Die EU ist nie fertig!”

Renke Deckarm, Sprecher der EU-Kommission in Bayern und Baden-Württemberg

Hochschule stark im Einwerben von Drittmitteln

Ergänzend berichtete Katrin Müller, Projektmanagerin im EU-geförderten Projekt Digital Regions vom Lernen europäischer Regionen voneinander und machte den Unternehmen Mut, sowohl regionale als auch europäische Fördergelder für die Digitalisierung zu nutzen. Sie verwies wie Deckarm auf die Möglichkeit, sich bis Frühjahr 2022 auf futureu.europa.eu Gehör für eigene Ideen zur Zukunft der EU zu verschaffen. Stephanie Kitzing, Projektleiterin im AKTMEL-Projekt, stellte den Beitrag des Projekts zur bedarfsgerechteren Planung des ÖPNV vor und Julia Wohlrab, Studentin der Hochschule Hof, ging zum Abschluss auf ihre Perspektive auf die EU ein. Sie schilderte dabei die Auswirkungen der EU-Politik im täglichen Leben jeder EU-Bürgerin und jeden EU-Bürgers und kam zu dem Schluss:

Wir brauchen eine starke EU in der Welt!”

Julia Wohlrab

Die anschließende Diskussion auf dem Podium griff vielerlei Themenfelder wie den grenzüberschreitenden Verkehr und dessen Bedeutung gerade in einer Pandemie, das Marketingproblem der EU oder auch den europäischer Austausch auf.

Prof. Dr. Peter Schäfer und Moderator Matthias Will (Frankenpost, rechts); Bild: Hochschule Hof;

Auch kritische Fragen kamen dabei nicht zu kurz: Unter anderem ging Renke Deckarm auf die Bemühungen der Kommission in Migrationsfragen ein und brachte seine Meinung zur Verhandlung mit Herkunftsländern zum Ausdruck. Der aktuelle Fall der versuchten Grenzübertritte an der belarussisch-polnischen Grenze wurde dabei ebenso diskutiert wie die Frage nach den deutschen Nettozahlungen – Deutschland zahlt am meisten in die EU ein, würde ohne den Schengen-Raum aber massiv an Außenhandelsvolumen einbüßen. Naturgemäß war auch die europäische Bürokratie ein Thema des Gesprächs: Die langen Wege, welche Anträge und Ideen von einer Region bis zur EU-Ebene und anders herum nehmen, steht dabei nach wie vor in der Kritik. Der Konsens am Ende der Diskussion war dennoch in Peter Schäfers Worten:

Es gibt zur EU keine Alternative – Sie ist das erfolgreichste Friedensprojekt aller Zeiten.“

Prof. Dr. Peter Schäfer


Katrin Müller
Rainer Krauß

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