Mit einer Festveranstaltung auf dem Lucas-Cranach-Campus (LCC) hat der Hochschulstandort Kronach sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen in der Kühnlenzpassage zusammen, um die Entwicklung des Standorts zu würdigen und Perspektiven für die Zukunft zu diskutieren. Podiumsgespräche, Campusführungen, Workshops und Informationsangebote machten dabei deutlich, welche Dynamik der Hochschulstandort in den vergangenen zehn Jahren entfaltet hat.

Seit den ersten Schritten im Jahr 2016 hat sich der Lucas-Cranach-Campus zu einem bedeutenden Bildungs-, Innovations- und Transferstandort in Oberfranken entwickelt. Heute studieren knapp 500 Menschen auf dem rund 8.500 Quadratmeter großen Campus. Die Hochschule Hof bietet dabei den Bachelorstudiengang Berufspädagogik im Gesundheitswesen (B.A.) sowie den Masterstudiengang Smart Society (M.Sc.) an. Die Hochschule Coburg ist mit den Bachelorstudiengängen Wirtschaftsinformatik 2.0 und Digital Business Models and Technologies sowie den Masterstudiengängen Autonomous Driving und ZukunftsDesign vertreten. Nach einem musikalischen Auftakt durch die Band der Hochschule Coburg und einem Einführungsfilm eröffneten Hans Rebhan, Vorstand der Lucas-Cranach-Campus-Stiftung, Landrat Klaus Löffler sowie Dr. Tobias Haaf, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, die Jubiläumsveranstaltung.
Vom mutigen Zukunftsprojekt zum anerkannten Hochschulstandort
Hans Rebhan erinnerte an die Anfänge des Projekts und an die ursprüngliche Vision, mit dem Hochschulstandort Fachkräfte für die Region zu gewinnen, Leerstände mit neuem Leben zu füllen und den Wissenstransfer in die Unternehmen zu stärken.
Von Anfang an wollten wir einen Ort schaffen, an dem Neues entstehen kann. In Kronach geht es ums Machen. Der Lucas-Cranach-Campus sollte ein Zukunftslabor werden – ein Raum, in dem innovative Studiengänge entstehen können, ohne bestehende Strukturen verändern zu müssen. Genau darin liegt bis heute seine besondere Stärke.”
Hans Rebhan, Vorstand Lucas-Cranach-Campus-Stiftung
Zugleich würdigte er dabei Vision und Verdienste des verstorbenen Präsidenten der Hochschule Coburg, Prof. Dr. Michael Pötzl sowie das außerordentliche Engagement der langjährigen Professoren Dr. Christian Zagel und Prof. Dr. Tobias Bocklet, der auch als Wissenschaftlicher Leiter der Lucas-Cranach-Stiftung fungiert. Ebenso fand der politische Einsatz des Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner für den Ausbau des Standorts lobende Erwähnung.

Auch Landrat Klaus Löffler blickte auf die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre zurück und betonte dabei die menschlichen Grundlagen des Erfolgs:
Aus einer Vision ist Wirklichkeit geworden. Der Hochschulstandort Kronach ist heute ein Leuchtturm für unsere Heimat. Eine solche Erfolgsgeschichte schreibt niemand allein. Hans Rebhan hat unzählige Menschen für dieses Projekt begeistert und zusammengeführt. Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von Vertrauen, Professionalität, Offenheit und Freundschaft.“
Klaus Löffler, Landrat des Landkreises Kronach
Gleichzeitig richtete Löffler den Blick nach vorn: „Unser Ziel ist es, innerhalb von zehn Jahren 1.000 Studierende in Kronach zu begrüßen. Mit heute knapp 500 Studierenden liegen wir zur Halbzeit genau auf Kurs. Nun gilt es, die Kooperationen mit Unternehmen und Schulen weiter auszubauen. Ich bin überzeugt: Die besten Kapitel dieser Erfolgsgeschichte liegen noch vor uns.“
Söder schickt Videobotschaft
Auch Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder unterstrich in einem Videogrußwort die Bedeutung des Hochschulstandorts und sicherte seine weitere Unterstützung zu:
Wir wollten jungen Menschen in der Region eine Perspektive bieten. Genau das scheint immer mehr zu gelingen. Den weiteren Ausbau werden wir deshalb als Freistaat Bayern auch künftig unterstützen.“
Dr. Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaats Bayern
Dr. Tobias Haaf, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, überbrachte die Grüße von Staatsminister Markus Blume und hob die landesweite Bedeutung des Standorts hervor:
„Hier werden Studierende ermutigt, ihre Ideen mutig in die Praxis umzusetzen. Der Hochschulstandort Kronach verkörpert in besonderer Weise das bayerische Staatsziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Im vergangenen Jahrzehnt ist weit mehr gewachsen als ein Campus – hier ist ein sichtbarer Innovationsimpuls für die gesamte Region entstanden.“
Dr. Tobias Haaf, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Hochschulen setzen auf Innovation, Praxisnähe und regionale Verantwortung
Im ersten Podiumsgespräch unter dem Titel „Von der Idee zum etablierten Standort“ diskutierten Prof. Dr. Stefan Gast, Präsident der Hochschule Coburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann, Präsident der Hochschule Hof, Gabriele Riedel, Vorständin des Lucas-Cranach-Campus Kommunalunternehmens, Hans Rebhan, Vorstand der Lucas-Cranach-Campus-Stiftung, Prof. Jürgen Wittmann vom Technologie Campus Cham sowie Prof. Dr. Christian Zagel, Studiengangsleiter ZukunftsDesign, über die Entwicklung des Hochschulstandorts.
Prof. Dr. Stefan Gast betonte die langfristige Strategie der Hochschule Coburg:
„Wir wollen weiterhin bewusst in die Region gehen und unsere Kooperationen ausbauen. Auch wenn die finanziellen Rahmenbedingungen anspruchsvoller werden, bin ich überzeugt, dass sich der Standort weiterhin sehr positiv entwickeln wird.“
Prof. Dr. Stefan Gast, Präsident Hochschule Coburg
Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann hob insbesondere die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschule Hof hervor. Bereits seit 2014 engagiere sich die Hochschule mit einer Forschungsstelle in Kronach, seit fünf Jahren auch mit Studienangeboten. Ziel sei es, innovative Lösungen für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln:
Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können und nicht ins Heim müssen. Die technischen Möglichkeiten dafür wollen wir beispielhaft in Kronach erforschen und umsetzen. Unsere Vision ist die eines Lebensqualitätsmanagers.“
Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann, Präsident Hochschule Hof

Prof. Dr. Christian Zagel erinnerte an die Anfänge des Studiengangs ZukunftsDesign:
„In der ersten Stellenausschreibung hieß es: Wir suchen Abenteurer und Querdenker. Das hat mich angesprochen und ich habe es nicht bereut: Heute kommen unsere Studierenden aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Aus ihren Ideen entstehen mittlerweile auch Unternehmensgründungen – 18 Gründungsideen von 19 Studierenden und inzwischen sogar das erste Patent des Standorts sprechen für sich.“
Prof. Dr. Christian Zagel
Gabriele Riedel schließlich erläuterte die Aufgabe des LCC-Kommunalunternehmens:
„Unser Ziel ist es, allen Studierenden den Start in Kronach möglichst leicht zu machen. Deshalb stellen wir Wohnraum und ein Starterpaket für den Einzug zur Verfügung.“
Gabriele Riedel, Vorständin des Lucas-Cranach-Campus Kommunalunternehmens
Enge Partnerschaft zwischen Hochschule und Wirtschaft
Im zweiten Podiumsgespräch „Zwischen Hörsaal und Praxis“ stand die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen im Mittelpunkt. Diskutiert haben Jasmin Block, Studierende im Masterstudiengang ZukunftsDesign, Christian Grosch, Koordinator Wirtschaftsinformatik 2.0, Christina Härtlein von Scholz High Tech in Kunststoff, Bürgermeisterin Angela Hofmann, Nikolaus Wiegand von Wiegand-Glas sowie Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Vizepräsident der Hochschule Hof.
Jasmin Block beschrieb insbesondere den interdisziplinären Charakter ihres Studiums:
„Unterschiedliche Sichtweisen zusammenzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, verändert den eigenen Blick auf die Welt. Gerade diese Offenheit macht das Studium so wertvoll.“
Jasmin Block, Studentin
Christian Grosch ergänzte:
„Es braucht immer wieder Experimentierfreude und die Bereitschaft zur Reibung, um Theorie und Praxis erfolgreich miteinander zu verbinden.“
Christian Grosch, Koordinator Wirtschaftsinformatik 2.0
Christina Härtlein schilderte die Erfahrungen ihres Unternehmens mit Absolventinnen und Absolventen des Standorts:
Durch eine Initiativbewerbung aus der Wirtschaftsinformatik entstanden zahlreiche gemeinsame Projekte. Die praxisnahe Ausbildung ist genau das, was unsere Unternehmen benötigen.“
Christina Härtlein, Unternehmerin
Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff stellte das entstehende Kompetenzzentrum Pflege als Beispiel für erfolgreichen Wissenstransfer vor. Mitarbeitende aus den Bereichen Digitalisierung, Pflegewissenschaft, Informatik, Wirtschaft und Medizin arbeiteten dort eng zusammen:
„Der Transfer ist der dritte Auftrag der Hochschulen. Forschung allein reicht nicht aus – Innovation muss auch in der Praxis ankommen und dafür schaffen wir hier die Voraussetzungen.“
Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Vizepräsident Lehre Hochschule Hof

Für Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann liegt die größte Bedeutung des Hochschulstandorts in seiner Wirkung für die Stadt und die Region:
„Wir halten junge Talente in der Heimat, sichern Fachkräfte und bringen Wissen direkt in unsere Unternehmen.”
Angela Hofmann, Bürgermeisterin Stadt Kronach
Campus zum Mitmachen
Nach dem offiziellen Festakt nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, den Campus näher kennenzulernen. Führungen durch das FabLab, Workshops zum Thema „Neugier“ sowie Informationsstände zu den Studienangeboten und zum Innovationszentrum Kronach (IZK) boten praxisnahe Einblicke in Forschung, Lehre und Transfer.
Erfolgsmodell mit Zukunft
Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich, welche Entwicklung der Hochschulstandort Kronach in nur zehn Jahren genommen hat. Hochschulpräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann abschließend:
„Aus einer mutigen Idee ist ein anerkannter Bildungs-, Forschungs- und Innovationsstandort entstanden, der Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft miteinander verbindet. Die enge Zusammenarbeit aller Partner bleibt auch künftig der Schlüssel, um den Standort weiterzuentwickeln und neue Impulse für den Landkreis Kronach und die gesamte Region zu setzen.“
Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann, Präsident Hochschule Hof



























