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Nachgefragt: Was ist eigentlich das oft zitierte Wissenschaftsbarometer?

Mit dem Wissenschaftsbarometer ermittelt „Wissenschaft im Dialog“ seit 2014 regelmäßig in bevölkerungsrepräsentativen Umfragen die Einstellungen der Bevölkerung zu Wissenschaft und Forschung. Sie ist die „Organisation der Wissenschaft“ für Wissenschaftskommunikation in Deutschland.

Bild: Die Forschende Hochschule Hof;

Was soll in den Umfragen geklärt werden? Typische Fragen sind „Wie ist es um das Vertrauen in die Wissenschaft bestellt?“, „Welche gesellschaftliche Rolle spielen Wissenschaft und Forschung in den Augen der Bürgerinnen und Bürger?“ und „Wie groß ist das Interesse an wissenschaftlichen Themen und welche Kanäle nutzen die Menschen, um sich zu informieren?“

Die Umfragen decken dabei jeweils aktuelle Fragestellungen ab, so 2016: „Flucht und Integration“, 2017: „Forschung zu wenig bei Bundestagswahl berücksichtigt“, 2018: „Gemeinwohlorientierung der Wissenschaft“ oder 2019: „Sollte die Wissenschaft sich zu Wort melden, wenn sie von der Politik nicht gehört wird?“

Seit 2020 steht das Corona-Virus als Diskussionsthema im Vordergrund. Es wird deutlich, wie wichtig ein regelmäßiger Wissenschaftssurvey ist. Nur so können zuverlässige Aussagen über Entwicklungen und Trends in der öffentlichen Meinung zu Wissenschaft und Forschung in Deutschland aufgezeigt werden.

Ein Thema, das in den vergangenen eineinhalb Jahren in der öffentlichen Debatte auch stark diskutiert wurde, ist das Verhältnis von Wissenschaft und Politik. Das Wissenschaftsbarometer 2021 fragt daher ebenfalls nach den Einstellungen und Meinungen der Menschen zu Fragen und Prozessen wissenschaftlicher Politikberatung.

Vertrauen in die Wissenschaft weiterhin hoch

Das im Kontext der Corona-Pandemie gestiegene Vertrauen in Wissenschaft und Forschung (2020: 60 %, 2019: 46 %, 2018: 54 %, 2017: 50 %) ist mit 61 Prozent ähnlich hoch im Vergleich zur Erhebung im November 2020. Nur in den beiden Erhebungen im Rahmen des „Corona-Spezial“ im April und Mai 2020 zeigten sich mit 73 % und 66 % höhere Werte für das öffentliche Wissenschaftsvertrauen.

Es bleiben jedoch auch skeptische Stimmen: So stimmten 39 Prozent der Aussage „Wissenschaftler sagen uns nicht alles, was sie über das Coronavirus wissen“ eher oder voll und ganz zu (19 % unentschieden, 40 % stimmen eher nicht oder nicht zu). Der Aussage, dass die Pandemie zu einer größeren Sache gemacht werde, als sie eigentlich ist, stimmten 26 Prozent zu (12 % unentschieden, 61 % stimmen nicht oder eher nicht zu).

Politische Entscheidungen sollten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen

Mit dem hohen Vertrauen in Wissenschaft und Forschung geht auch ein Wunsch nach einer wissenschaftlichen Basis politischer Entscheidungen einher: Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 %) sind der Ansicht, dass politische Entscheidungen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sollten. 75 Prozent finden zudem, dass die Wissenschaft öffentlich Stellung beziehen sollten, wenn politische Entscheidungen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht berücksichtigen. Einer aktiven Einmischung von Wissenschaftlern in die Politik hingegen stimmen nur 32 Prozent der Befragten zu (23 % unentschieden, 44 % stimmen nicht zu). 

Quelle: Wissenschaft im Dialog


Anne Habbel

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