Mit dem offiziellen Kick-off ist am Campus Münchberg der Hochschule Hof das Flachsprojekt „1qm Lein“ gestartet. Studierende verschiedener Studiengänge sowie Mitarbeitende kamen zusammen, um gemeinsam den Anbau und die Verarbeitung von Flachs als regionalen und nachhaltigen Rohstoff praktisch zu erforschen. Ziel des Projekts ist es, den gesamten Prozess von der Aussaat bis zur fertigen Faser – und darüber hinaus – nachzuvollziehen.

„Das Projekt verbindet in idealer Weise Nachhaltigkeit, Forschung und Lehre. Unsere Studierenden erleben hier den gesamten Wertschöpfungsprozess eines textilen Rohstoffs – vom Feld bis zur Anwendung“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Anett Matthäi.
Vom Mini-Acker zur textilen Anwendung
Auf einem eigens im November 2025 angelegten Mini-Acker am Campus werden verschiedene Flachssorten kultiviert. Von April bis August steht das Wachstum der Pflanzen sowie die Ernte im Fokus. Im Anschluss wird der Rohstoff weiterverarbeitet, um textile Fasern zu gewinnen. Damit erhalten die Teilnehmenden umfassende Einblicke in die Verarbeitung und Nutzung von Flachs, der zunehmend auch für technische Textilien an Bedeutung gewinnt.

Die Relevanz des Projekts zeigt sich auch im größeren Kontext: Die Anbauflächen für Flachs in Europa wachsen seit Jahren kontinuierlich, rund drei Viertel der weltweiten Produktion stammen aus Westeuropa.
Teil eines deutschlandweiten Citizen-Science-Projekts
Mit dem Projekt beteiligt sich die Hochschule Hof am deutschlandweiten Citizen-Science-Projekt „1qm Lein“, das sich der Rekultivierung alter Flachssorten widmet. Das Saatgut wird zentral bereitgestellt, während die in Münchberg erhobenen Daten in eine gemeinsame Auswertung aller Projektteilnehmenden einfließen.
Ein nächster Schritt steht bereits bevor: Am 16. und 17. April 2026 findet die Aussaat am Campus Münchberg statt. Interessierte, die sich aktiv am Projekt beteiligen möchten, sind weiterhin herzlich eingeladen, sich bei Prof. Dr. Anett Matthäi zu melden.