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So will Matthias Drossel die Fakultät für Innovative Wissenschaften weiterentwickeln

Mit einem klaren Fokus auf Zukunftsthemen, praxisnaher Lehre und fachlicher Innovation übernimmt Prof. Dr. Matthias Drossel als neuer Dekan der Fakultät Interdisziplinäre und Innovative Wissenschaften die Nachfolge von Prof. Dr. Gerald Schmola, der in die Position des neuen Vizepräsidenten für Forschung, Entwicklung und Entrepreneurship rückt. Seit 2022 vertritt Prof. Drossel die Professur für angewandte Gesundheitsversorgung und setzt sich auch weit über den Campus hinaus für die Weiterentwicklung der Gesundheits- und Pflegewissenschaften ein. Neben seiner Tätigkeit an der Hochschule Hof engagiert sich Prof. Drossel u. a. in der Vereinigung der Pflegenden in Bayern und im Bundesverband der Lehrenden im Gesundheits- und Sozialwesen.

In der Fakultät INWISS wurde der Staffelstab weitergereicht: Prof. Dr. Matthias Drossel empfängt die Glückwünsche von seinem Vorgänger im Amt des Dekans, Prof. Dr. Gerald Schmola;
Bild: Hochschule Hof;

Nun stellt er sich den Herausforderungen und Chancen seiner neuen Aufgabe als Dekan – für die Fakultät, ihre Studierenden und die Zukunft innovativer Wissenschaften.

Herr Prof. Drossel, herzlichen Glückwunsch zur neuen Aufgabe: Welche Visionen und Ziele verbinden Sie mit Ihrer neuen Rolle als Dekan?

„Meine wichtigste Vision ist die vierte Fakultät weiterzuentwickeln. Keine Frage: Die Währung einer Hochschule sind Studierendenzahlen und Drittmittel für die Forschung. Aber hier sind wir gut aufgestellt: Unsere Themen Gesundheit, Pflege, Soziales sind für eine Gesellschaft, aber auch für die Wirtschaft zentral. Auch eine positive Regionalentwicklung funktioniert nur mit einem stabilen Umfeld: Lebenswert, gesundheitsfördernd, gute Infrastruktur im Sozialen und im Gesundheits- und Pflegebereich. Mit unserem interdisziplinären Ansatz sind wir genau an den Querschnittsthemen der Digitalisierung und Ausgestaltung dran. Unser Bereich der Kommunikationsdesigner schafft zudem den Anschluss an die Themen Teilhabe, und Informationsweitergabe.“

Welche konkreten Entwicklungen sind hier absehbar?

„Die derzeitigen Megathemen im sozialen Bereich und in der Gesundheits- und Pflegeversorgung sind: Internationalisierung, Digitalisierung, Professionsentwicklung. Dabei spielen Teilhabe, Informiertheit und Empowerment, v.a. im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung eine weitere wichtige Rolle. Ziel ist es, die Themen mit bestehenden Profilen von Studiengängen und weiteren zu ergänzen, eben passgenau für regionale Entwicklungen im ländlichen Raum.“

…welchen Beitrag können wir hier konkret regional und überregional leisten?

„Wir können durch entsprechende Forschungsbeiträge und durch unsere Forschungsgruppe schon heute auch überregional wirken.  Internationalisierung als echtes „Willkommen und gute Integration“-Thema bleiben zentral, um Fachkräftepotenziale mit internationalen Personen zu ergänzen und Bedarfe zu decken. Ohne diese geht es schließlich künftig nicht. Und ohne Kompetenzen im interkulturellen Bereich auf beiden Seiten geht es erst recht nicht. Die, die eingeladen werden, aber eben auch alle Mitarbeitenden im bestehenden System, sollten sich dessen bewusst sein.

Und nicht zuletzt sei erwähnt: Wir haben als Hochschule große Potenziale durch Kolleginnen und Kollegen, die enorme Erfahrung in der Technologieakzeptanz mitbringen und die wissen, wie diese gefördert werden kann – gerade auch aus dem Wirtschaftsbereich. Da ist vieles übertragbar in das Gesundheitswesen. Teilweise muss das aber adaptiert und noch weiter durch uns erforscht werden.“

Als Professor sind Sie auch in berufspolitischen Gremien aktiv. Wie profitieren Hochschule und Studierende von dieser Verbindung?

„Die enge Vernetzung in Berufspolitik und Fachgremien ist wichtig, um einerseits immer die Themen direkt mitzubekommen, die im Wandel sind, aber auch um diese frühzeitig mit zu beeinflussen. Zudem müssen wir auch immer an unserer Strahlkraft nach außen arbeiten und daran wie wir wahrgenommen werden. Als Institution im nordöstlichen Oberfranken ist das nicht immer einfach.“

Ein aktuelles Thema ist die Gewinnung und Integration ausländischer Pflegekräfte. Wie sehen Sie die Rolle der Hochschule Hof in dieser Entwicklung?

„Durch unser Engagement in Projekten wie BIAP – ein ESF-Projekt, das die betriebliche Integration ausländischer Pflegekräfte in den Fokus stellt – sind wir schon jetzt sehr aktiv. Durch die Erforschung der Kompetenzprofile ausländischer Pflegekräfte haben wir einen Wissensvorsprung, wie diese die perfekte Arbeitsmarktpassung erreichen können.

Manchmal sind wir auch ein wenig zu früh dran, siehe unser mittlerweile pausierender Master „Cross Cultural Nursing Practice“. Hier attestiert uns jeder, dass wir eine tolle Idee hatten und ein großartiges Programm aufgestellt haben – aber, dass dies wohl erst in einigen Jahren funktionieren wird. Und da haben wir es dann wieder:

Der Gesundheits- und Pflegemarkt in Deutschland braucht einen Push, ist aber etwas träge. Wir werden aber nicht müde unsere interkulturelle Kompetenz weiter zu betonen. Und unsere Expertise in diesem Bereich wird schon jetzt allerorten geschätzt und eingebunden.

Prof. Dr. Matthias Drossel

Wir können durch Einzelmaßnahmen in der Bildung, aber auch durch eine systematische, kompetenzorientierte Expertiseentwicklung in unseren Studienprogrammen einen guten Beitrag leisten. In der derzeitigen politischen Lage ist dies zwar nicht immer einfach, aber wir bleiben dran. Aus der Überzeugung heraus, dass wir von diesen Kompetenzen profitieren können.“

Welche Bedeutung messen Sie der interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb der Hochschule und mit externen Partnern – sei es Wirtschaft, Gesundheitswesen oder international – bei?

„Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eine zentrale Voraussetzung für wirksame Hochschulentwicklung. Die großen Herausforderungen im Gesundheits- und Sozialbereich, der Fachkräftemangel, die Versorgungsqualität, die Digitalisierung und der demografische Wandel lassen sich weder disziplinär noch institutionell isoliert lösen. Fachschaften müssen zusammenwirken. Das funktioniert hier teilweise innerhalb der Fakultät, es wird aber auch den intensiven Dialog mit den anderen Fakultäten notwendig machen. An einer Hochschule für angewandte Wissenschaften entsteht daraus ein besonderer Mehrwert, da Theorie, Praxis und Innovation unmittelbar zusammenkommen. Gleichzeitig ist die enge Zusammenarbeit mit externen Partnern aus Gesundheitswesen, Wirtschaft und internationalen Hochschulen für uns zentral. Für die Praxis schaffen wir so Impulse. Internationale Kooperationen erweitern diesen Blick zusätzlich. Forschung funktioniert auch nur mit Praxispartnern – in der Hoffnung, dass die deutsche „Projektitis“ im Gesundheitswesen irgendwann in eine Regelfinanzierung überführt wird.“

Was möchten Sie Studierenden und Mitarbeitenden als Ihr persönliches Leitbild oder Motto für diese Amtszeit mit auf den Weg geben?

„Spirit! Wenn Studierende und Mitarbeitende einen gemeinsamen Spirit prägen, zeigt es, dass alle Beteiligten das Richtige tun. Genau dieses Gefühl habe ich immer wieder an der Hochschule Hof. Wenn ich ein Leitbild oder Motto mit auf den Weg geben darf, dann ist es v.a. ein Wunsch: aktive Beteiligung und Lösungssuche! Offenheit, aber auch kritischer Diskurs und eine kritische Denkhaltung. Am Ende aber auch echte Verantwortungsübernahme und Engagement. Wir können alle jeden Tag die Welt ein kleines bisschen besser machen! Ist das eine platte Attitüde? Nein, das ist ein Lebensinhalt.“

Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Rainer Krauß

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