Wie kann die Versorgung von Menschen mit Demenz und Delir weiter verbessert werden? Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse helfen im Pflegealltag – und welche innovativen Ansätze lassen sich direkt in die Praxis übertragen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der 13. Bamberger Pflegetag, der am 16. November 2026 in den Bamberger Akademien für Gesundheits- und Pflegeberufe stattfindet. Unter dem Leitthema „Demenz & Delir“ bringt die Veranstaltung Pflegefachpersonen, Wissenschaftler, Experten aus der Versorgungspraxis und weitere Interessierte zusammen.

Die Hochschule Hof ist dabei gleich mehrfach vertreten. Prof. Dr. rer. medic. Julia Nagel, Professorin für Pflege mit Schwerpunkt ambulante und stationäre Langzeitversorgung und Studiengangleiterin am Lernort Bamberg, gestaltet zwei Programmpunkte.
Prävention, Demenz und evidenzbasierte Pflege
Um 10:15 Uhr spricht Prof. Dr. Julia Nagel zum Thema „Demenzprävention: Was wir heute tun können“. Anschließend geht es in einem einstündigen Rollenspiel um „Demenz und Evidence based Practice“. Dabei stehen konkrete Pflegesituationen und die Frage im Mittelpunkt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse für die tägliche Arbeit nutzbar gemacht werden können.
Für Prof. Julia Nagel ist die Verbindung von wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Anwendung ein zentraler Bestandteil professioneller Pflege:
„Die Studierenden lernen, komplexe Fragestellungen mithilfe aktueller wissenschaftlicher Literatur zu bearbeiten und auf dieser Basis evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen.“
Prof. Dr. Julia Nagel
Auch über den Pflegetag hinaus steht dieser Ansatz im Mittelpunkt ihrer Arbeit an der Hochschule Hof. Der berufsbegleitende Bachelorstudiengang „Pflege für Berufserfahrene“ am Lernort Bamberg richtet sich an bereits ausgebildete Pflegefachkräfte und verbindet wissenschaftliche Qualifikation mit konkreten Anforderungen der Versorgungspraxis.
Von der Keynote bis zum Praxisworkshop
Der Pflegetag beginnt um 9:30 Uhr mit der Begrüßung. Auf dem Programm stehen unter anderem die Keynote „Mut zum Miteinander“ von Josef M. Huber, ein Beitrag zum Delirmanagement am Klinikum Neumarkt sowie Einblicke in die Arbeit eines multiprofessionellen Teams am Landesklinikum Stuttgart. Ergänzt wird das Vortragsprogramm durch Workshops, die jeweils zweimal angeboten werden.



Dabei reicht das Spektrum von einem Demenzparcours über technische Hilfsmittel bei Demenz und Delir bis hin zur Bedeutung der eigenen Biografie im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. Die Workshops können als Alternative zu den Vorträgen besucht werden.
Würde, Lebensqualität und professionelle Pflege
Der Bamberger Pflegetag möchte aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit bewährten und innovativen Ansätzen der Pflege verbinden. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein Krankheitsbilder und Versorgungskonzepte, sondern auch die Würde, individuellen Bedürfnisse und gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen und ihrer Angehörigen.
Prof. Dr. Julia Nagel bringt dabei auch ihre langjährige Erfahrung aus der Pflegepraxis und der Pflegewissenschaft ein. Sie betont:
„Die Betreuung und Unterstützung älterer Menschen ist mir ein besonderes Anliegen. Ich habe im direkten Kontakt erlebt, wie sehr Lebensqualität und Würde davon abhängen, ob Pflege empathisch, kompetent und verlässlich gestaltet wird.“
Prof. Dr. Julia Nagel

Der 13. Bamberger Pflegetag findet am 16. November 2026 von 9:30 bis 16:00 Uhr in den Bamberger Akademien für Gesundheits- und Pflegeberufe, Buger Straße 80, 96049 Bamberg, statt.
Dank geht hierfür an die Organisatorinnen und Organisatoren Jutta Weigand (Geschäftsführerin der Sozialstiftung Bamberg Altenhilfe gGmbH), Ilona Baumann (Direktorin Pflege- und Patientenmanagement der Sozialstiftung Bamberg), Michael Springs (Geschäftsführer der Bamberger Akademien für Gesundheits- und Pflegeberufe) sowie Prof. Dr. Matthias Drossel (Dekan der Fakultät Interdisziplinäre und Innovative Wissenschaften an der Hochschule Hof).
Die Tagungsgebühr beträgt 110 Euro inklusive Verpflegung und Getränke. Die Anmeldung erfolgt über die Bamberger Akademien.