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Wirtschafts- und Organisationssoziologie: Befragung zur Stadtentwicklung in Hof

Die Hochschule Hof untersucht derzeit im Rahmen des Studiengangs Wirtschafts- und Organisationssoziologie, wie die Menschen in Hof ihre Stadt wahrnehmen und welche Erwartungen sie an die Zukunft der Stadt haben. Seit Anfang Mai sind dafür Studierende im gesamten Stadtgebiet unterwegs und führen persönliche Befragungen durch. Im Mittelpunkt stehen Themen wie öffentlicher Nahverkehr, Radwege, Straßenunterhalt sowie das Einkaufsverhalten in der Innenstadt.

Auch die Entwicklung in der Hofer Innenstadt wird immer wieder diskutiert und ist Gegenstand der Befragung; Foto: Frank Mertel;

Die Umfrage ist Teil eines Forschungsseminars unter der Leitung von Gerhard Plietsch. Die Studierenden entwickelten Fragebogen und Aufbau der Untersuchung dabei weitgehend selbstständig. „Die einzige Vorgabe war: Die Fragestellungen müssen sich rund um die Stadt Hof drehen“, erklärt Gerhard Plietsch. Wichtig sei außerdem gewesen, dass die Ergebnisse später auch einen praktischen Nutzen haben könnten.

Frühere Studien sorgten für Gesprächsstoff

Schon in den vergangenen Jahren hatten vergleichbare Untersuchungen der Hochschule Aufmerksamkeit erregt. Eine Studie beschäftigte sich mit Migration und demografischer Entwicklung in Hof. Dabei zeigte sich unter anderem, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund oft besser integriert fühlen, als dies von anderen eingeschätzt wird. Eine weitere Untersuchung widmete sich Kultur- und Freizeitangeboten in Hof. Besonders deutlich wurden damals Unterschiede zwischen Studierenden und langjährigen Hoferinnen und Hofern – etwa bei Freizeitinteressen oder der Frage, wie man sich über Veranstaltungen informiert. Viele Studierende gaben an, hauptsächlich über soziale Medien und persönliche Empfehlungen von Angeboten zu erfahren.

Mindestens 500 Menschen sollen befragt werden

Für die aktuelle Studie sollen mindestens 250 Studierende sowie 250 weitere Bürgerinnen und Bürger aus Hof befragt werden. Laut Plietsch wurde bewusst darauf geachtet, unterschiedliche Altersgruppen einzubeziehen. Auch die Auswahl der Befragungsorte spiele eine wichtige Rolle. „Wenn man Fragen zur Nutzung des ÖPNV direkt am Busbahnhof stellt, beeinflusst man womöglich bereits das Ergebnis“, sagt der Studienleiter.

Besonders im Fokus stehen diesmal die Zufriedenheit mit dem Erscheinungsbild der Stadt und dem öffentlichen Nahverkehr. Beide Themen hatten bei früheren Befragungen vergleichsweise schlechte Bewertungen erhalten. Zudem untersucht die Studie, welche Prioritäten die Bevölkerung bei städtischen Ausgaben setzt – etwa bei Investitionen in Straßen, Radwege oder andere kommunale Aufgaben. Hintergrund ist die angespannte finanzielle Situation der Stadt.

Ergebnisse werden im Sommer vorgestellt

Die Befragungen laufen noch bis Ende Mai, anschließend beginnt die Auswertung der Daten. Erste Ergebnisse erwartet die Hochschule im Juli. Danach sollen die Erkenntnisse öffentlich präsentiert und mit interessierten Gruppen diskutiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung ist die Frage, wie stark sich die Menschen mit Hof verbunden fühlen – und welche Faktoren dieses Zugehörigkeitsgefühl beeinflussen.

Rainer Krauß
Veröffentlichung: 12.05.2026

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