Wie lässt sich Gesundheitsförderung im Hochschulalltag konkret erlebbar machen? Dieser Frage widmen sich Studierende der Vorlesung Gesundheitspsychologie gemeinsam mit der Health Initiative. Entstanden sind dabei kreative Projekte, die Bewegung, Entspannung, soziale Begegnung und mentale Gesundheit in den Mittelpunkt stellen.

„Uns war wichtig, die Vorlesung nicht nur theoretisch zu gestalten, sondern den Studierenden die Möglichkeit zu geben, eigene Ideen direkt praktisch umzusetzen“, erklärt Prof. Dr. Viktoria Bachmann.
„Gleichzeitig entstehen dadurch Angebote, die den Campusalltag für viele Menschen bereichern können.“
Prof. Dr. Viktoria Bachmann
Gesundheitsförderung zum Mitmachen
Hintergrund der so entstehenden Projekte ist die Beobachtung, dass viele Studierende im Hochschulalltag Stress, Zeitdruck und mentale Belastungen erleben. Die entwickelten Aktionen sollen deshalb bewusst niedrigschwellig sein und leicht in den Alltag integriert werden können.
Insgesamt entstanden acht Projekte, sechs davon in Kooperation mit der Health Initiative. Einige Aktionen wurden bereits erfolgreich umgesetzt, andere befinden sich derzeit noch in der Erprobung oder Planung. Bereits realisiert wurden unter anderem die Aktion „Mach Mal Pause“, das Laufevent „Power Paths“ sowie das Format „Walk and Talk“.
Bei „Mach Mal Pause“ konnten Studierende im B-Foyer Mandalas mitnehmen, ausmalen und zur Entspannung nutzen. Rund 20 gestaltete Mandalas sind bereits zusammengekommen und werden bis Ende Juni auf einer Pinnwand ausgestellt. Auch das Laufevent „Stress weg Wege“ stieß auf positive Resonanz: Rund 40 Personen nahmen an den drei angebotenen Zeitslots teil. Die entwickelten Lauf- und Spazierwege rund um die Hochschule sollen künftig dauerhaft zur Verfügung stehen.
Begegnung und Austausch fördern
Ein zentrales Ziel vieler Projekte ist es, Begegnungen auf dem Campus zu fördern – nicht nur unter Studierenden, sondern auch mit Mitarbeitenden und Lehrenden.
„Gesundheitsförderung bedeutet für uns nicht nur Bewegung oder Stressabbau, sondern auch soziale Verbundenheit. Gerade gemeinsame Aktivitäten schaffen Räume für Austausch und stärken das Miteinander an der Hochschule.“
Prof. Dr. Cynthia Sende.



So lädt das Projekt „Walk and Talk“ dazu ein, Besprechungen oder Pausen bewusst nach draußen zu verlegen. Für Juni ist zudem eine „aktive Pause“ im Freien geplant, die Bewegung spielerisch in den Hochschulalltag integrieren soll.
Von Digital Detox bis Campus Connect
Die Bandbreite der Projekte zeigt, wie vielfältig Gesundheitsförderung gedacht werden kann:
- „Nudging“ setzt auf kleine Impulse wie Sticker oder Hinweise auf dem Campus, um gesündere Entscheidungen im Alltag anzuregen.
- „Campus Connect“ soll Studierende über eine analoge Pinnwand miteinander vernetzen – etwa für gemeinsame Pausen oder Freizeitaktivitäten.
- Ein WhatsApp-Channel der Health Initiative informiert regelmäßig zu Themen wie Selbstwert und mentaler Gesundheit.
- Beim Projekt „Digital Detox“ werden Brettspiele angeboten, um bewusst handyfreie Pausen zu ermöglichen.
- Das Informationsprogramm „Du statt die anderen“ beschäftigt sich mit sozialem Vergleichsdruck in sozialen Medien.
Welche Ideen bleiben bestehen?
Aktuell wird beobachtet, welche Formate besonders gut angenommen werden und welche organisatorischen Herausforderungen bestehen. Ziel ist es, erfolgreiche Angebote langfristig an der Hochschule zu etablieren. „Die Projekte zeigen, wie viel Potenzial in den Ideen der Studierenden steckt“, sagt Prof. Bachmann. „Viele Aktionen sind aus dem Wunsch entstanden, den Campusalltag gesünder, offener und gemeinschaftlicher zu gestalten.“
Ob kreative Entspannung, Bewegung zwischen Vorlesungen oder digitale Auszeiten – die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitspsychologie und Health Initiative macht deutlich, wie praxisnah Gesundheitsförderung an der Hochschule umgesetzt werden kann. Auch im Wintersemester 26/27 sollen weiterhin „klassische“ Formate angeboten werden, d.h. zum Beispiel im Rahmen eines Interventions-Moduls verschiedene kleine Trainings (Stress, u.a. andere Themen) und auch wieder eine offene Vorlesung dazu.
An den Mitmachaktionen kann sich jederzeit beteiligt werden – Informationen unter:
health@hof-university.de