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„Profil schärfen, Potenziale entfalten“ – Der neue Vizepräsident Prof. Schmola im Interview

Mit Prof. Dr. Gerald Schmola hat die Hochschule Hof einen neuen Vizepräsidenten für Forschung, Entwicklung und Entrepreneurship. Im Gespräch mit campuls-digital erläutert er, welche Schwerpunkte er in seinem neuen Amt setzen möchte, wie er den Wissenstransfer stärken will und welche Rolle Unternehmergeist künftig im Hochschulalltag spielen soll.

Prof. Dr. Gerald Schmola wurde Anfang Dezember 2025 vom Hochschulrat als
neuer Vizepräsident der Hochschule Hof gewählt; Bild: Hochschule Hof;

Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer neuen Rolle als Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Entrepreneurship an der Hochschule Hof setzen?

„Mein zentrales Anliegen ist es, die Hochschule Hof als forschungs- und transferstarke Hochschule weiter zu profilieren. Schwerpunkte sehe ich insbesondere im Ausbau strategischer Forschungsfelder mit hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz, in der Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie in der gezielten Gewinnung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wichtig sind mir zudem verlässliche und transparente Rahmenbedingungen sowie effiziente Prozesse.“

Wie wollen Sie den Transfer von Forschungsergebnissen in die wirtschaftliche Praxis und in Ausgründungen aus der Hochschule stärken?

„Zwischen Ergebnissen aus der Forschung und marktfähigen Lösungen klafft oft eine Lücke. Viele innovative Ideen finden trotz ihres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenzials nicht den Weg in die Praxis. Die Gründe dafür sind vielfältig: Bürokratie, Unsicherheiten und fehlende Unterstützung spielen dabei häufig eine Rolle. Erfolgreicher Wissenstransfer entsteht dort, wo strukturelle Unterstützung, passende Anreize, starke Partnerschaften und eine transferfreundliche Kultur zusammenkommen. Das Zusammenspiel dieser vier Faktoren bildet das Fundament, um Transfer und Ausgründungen nachhaltig zu fördern.“

Welche Bedeutung messen Sie dem Thema Entrepreneurship für Studierende und Forschende bei, und wie soll es künftig noch stärker im Hochschulalltag verankert werden?

„Entrepreneurship ist eine zentrale Schlüsselkompetenz. Dabei geht es nicht nur um Unternehmensgründungen, sondern um unternehmerisches Denken, Innovationsfähigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Studierende und Forschende sollen ermutigt werden, eigene Ideen zu entwickeln, Risiken einzugehen und neue Lösungsansätze zu verfolgen. Dazu gehört, Entrepreneurship stärker in den Curricula zu verankern, interdisziplinäre Lehrformate auszubauen und niedrigschwellige Angebote zu schaffen, in denen Ideen ausprobiert und weiterentwickelt werden können – ohne Angst vor dem Scheitern.“

Die Hochschule Hof ist stark in anwendungsnaher Forschung. Wo sehen Sie die größten Chancen, dieses Profil weiter auszubauen – auch im nationalen und internationalen Wettbewerb?

„Die größten Chancen sehe ich in einer klaren Profilbildung bei gleichzeitiger Offenheit für neue Themen. Die Hochschule Hof hat sich erfolgreich in Zukunftsfeldern wie Informationssystemen, Materialwissenschaften, Biopolymeren sowie Wasser, Energie und nachhaltiger Ressourcennutzung positioniert. Diese etablierten Schwerpunkte wollen wir konsequent weiterentwickeln und zugleich Raum für neue Forschungsfelder lassen. National und international können wir insbesondere durch unsere hohe Umsetzungskompetenz, die enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern und unsere interdisziplinären Strukturen überzeugen. Der gezielte Ausbau internationaler Forschungskooperationen wird dabei eine wichtige Rolle spielen.“

Welche Rolle spielen Kooperationen mit regionalen Unternehmen, Start-ups und öffentlichen Einrichtungen in Ihrer Strategie?

„Kooperationen sind das Rückgrat einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, Start-ups und öffentlichen Einrichtungen ermöglicht nicht nur praxisrelevante Forschung, sondern auch Innovationen mit direktem Mehrwert für die Region. Mein Ziel ist es, diese Partnerschaften weiter zu vertiefen, neue Kooperationsformate zu entwickeln und die Hochschule Hof als zentralen Innovationspartner in der Region und darüber hinaus zu positionieren.“

Welche Herausforderungen bringt das neue Amt mit sich, und woran werden Sie den Erfolg Ihrer Arbeit in den kommenden Jahren messen?

„Eine zentrale Herausforderung sehe ich darin, begrenzte Ressourcen strategisch klug einzusetzen und gleichzeitig unterschiedliche Interessen und Perspektiven zusammenzuführen. Erfolg bemisst sich für mich nicht nur an quantitativen Kennzahlen wie Drittmitteleinnahmen oder Publikationen, sondern auch an qualitativen Aspekten: an transparenten und funktionierenden Strukturen, an einer lebendigen Vernetzung innerhalb und außerhalb der Hochschule sowie an einer Kultur, in der Forschung, Transfer und Entrepreneurship als selbstverständlicher Teil der Hochschule gelebt werden.“

Welche Botschaft möchten Sie jungen Forschenden und gründungsinteressierten Studierenden zum Start Ihrer Amtszeit mitgeben?

„Seien Sie neugierig, mutig und ausdauernd. Forschung und Gründung leben von der Bereitschaft, neue Wege zu gehen – auch wenn sie manchmal ungewöhnlich erscheinen. Nutzen Sie die Ressourcen und Netzwerke unserer Hochschule, tauschen Sie sich interdisziplinär aus und scheuen Sie sich nicht, Fehler als Lernchancen zu begreifen. Ihr Mut, Ihr Engagement und Ihre Kreativität sind entscheidend dafür, dass wir gemeinsam innovative Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit entwickeln können.“

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die neue Aufgabe!


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