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Neustart geglückt: Alumniarbeit an der Hochschule neu durchgestartet

Die Corona-Pandemie brachte das Vereinsleben vielerorts zum Stillstand – so auch beim Alumniverein der Hochschule Hof. Wegbrechende Präsenzformate und fehlender persönlicher Austausch stellten die Netzwerkarbeit vor große Herausforderungen. Doch inzwischen hat sich der Verein neu aufgestellt, internationaler ausgerichtet und mit frischen Ideen belebt. Im Gespräch erklärt Alumnimanagerin Frau Glück, wie der Neustart gelungen ist, welche Ziele verfolgt werden und warum der Kontakt zu ehemaligen Absolventinnen und Absolventen heute wichtiger ist denn je.

Ein Alumni-Stammtisch der Hochschule Hof in München 2025 – eine von vielen Gelegenheiten den Kontakt zur Hochschule Hof und sein Netzwerk zu pflegen; Bild: Hochschule Hof;

Frau Glück, die Arbeit des Alumnivereins hatte durch Corona vor einigen Jahren einen kräftigen Dämpfer erlitten – warum war das so?

„Das Programm des Alumnivereins umfasste zum damaligen Zeitpunkt insbesondere Präsenzangebote für nationale Absolventinnen und Absolventen. Aufgrund der damaligen Situation mit Ausgangssperren und wechselnden politischen Auflagen konnten die etablierten Formate wie zum Beispiel das Homecoming nicht mehr geplant und durchgeführt werden. Zwar versuchte der Verein durch Online-Vorträge zu interessanten Themen mit den Mitgliedern in Kontakt zu bleiben, allerdings gelang dies nicht wie vor Corona durch den mangelnden persönlichen Kontakt.“

Das ging ja vielen Vereinen so. Wie sah der Neustart aus und seit wann präsentiert sich der Alumniverein nun mit neuer Ausrichtung?

„Im Jahr 2023 begann die Arbeit an der Neuausrichtung. So setzte man sich zum Ziel, den bei damals 30% liegenden Anteil der internationalen Alumni stärker in die Angebote einzubeziehen und eine Plattform zu entwickeln, die den bisher regional organisierten Verein mit abbildet und durch neue Mitglieder ergänzt. Ende 2024 folgte dann auch ein einschneidender personeller Wechsel im Vereinsvorstand: Prof. Dr. Ronald Hechtfischer verabschiedete sich nach 20 Jahren als Vorstandsvorsitzender und übergab den Staffelstab an Prof. Dr. Oliver Schuster, der selbst Ehemaliger der Hochschule ist. Den Vorstand komplett machten Michael Bitzinger (Stellvertretender Vorsitzender) und Aniane Vocke (Schatzmeisterin). Die bisherige Geschäftsführerin Katrin Blug legte ihre Geschäftsführung nieder und wechselte in das Projekt „Go2Hof“. Im Januar 2025 ging dann ich als Zentrale Alumnimanagerin an den Start.“

Warum genau betreibt eine Hochschule wie Hof eine intensive Arbeit mit ehemaligen Absolventinnen und Absolventen?

„Die Hochschule Hof ist eine kleine Hochschule mit regionalem Bezug und familiärem Flair. Was uns immer widergespiegelt wird, ist, dass sich Studierende hier in den gut überblickbaren Strukturen wohl und auf dem Campus zuhause fühlen. Wir möchten diese gute Erinnerung an den Studienort bewahren und ein Netzwerk aus allen Personen bilden, die hier studiert, gearbeitet und geforscht haben. Unser Ziel ist es, den guten Ruf der Hochschule in die Gesellschaft zu tragen, den Kontakt zu unseren Ehemaligen zu halten und sie in unsere Strukturen einzubinden.“

Was heißt das konkret?

„Das kann z.B. durch Übernahme von Career Talks – dabei erzählen Alumni Studierenden von ihrem Werdegang nach dem Studienabschluss und geben konkrete Tipps für den Berufseinstieg. Die Vorteile der Alumniarbeit sind für alle Beteiligten von großem Wert. Für Alumni bietet sie die Chance, mit unserer Hochschule verbunden zu bleiben, ihr Netzwerk zu erweitern und berufliche Kontakte zu pflegen. Darüber hinaus entsteht ein konkreter Mehrwert darin, dass Alumni über das Netzwerk auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen können. Gleichzeitig eröffnet sich die Möglichkeit, eigene Erfahrungen an Studierende weiterzugeben und aktiv etwas zur Entwicklung künftiger Generationen beizutragen. So können Studierende durch den frühen Kontakt zu unseren Ehemaligen Jobs oder Praktikumsplätze finden und im Austausch von deren Erfahrungen profitieren. Grundsätzlich profitieren alle Beteiligten wechselseitig.

Für uns als Hochschule dient die Alumniarbeit insbesondere dazu, praxisnahe Einblicke zu bekommen, Lehrpersonal zu akquirieren und zugleich langfristige Unterstützung durch Spenden oder Kooperationen zu erhalten.“

Wie viele Alumni – deutsch und international – sind mittlerweile bei Ihnen organisiert und wie funktioniert das Netzwerk?

„Unser Alumni-Netzwerk bietet eine Plattform, um sich u.a. zu aktuellen Events anzumelden, Jobangebote zu finden oder neue Kontakte zu knüpfen. Es umfasst derzeit knapp 900 Nutzer, davon ca. 400 Vereinsmitglieder. Seit Einführung unseres Netzwerks im November 2025 und den damit verbundenen modernen Zugang zu den Informationen konnten wir etliche neue Vereinsmitglieder werben. Ihr Mitgliedschaftsbeitrag dient u.a. der Finanzierung von Events (z.B. Stammtischen, Homecomings oder auch der Verleihung des Alumnipreises) und damit den Kernstücken der Netzwerkarbeit. Auch als kostenfreies Basismitglied kann das Netzwerk genutzt und an vielen Veranstaltungen teilgenommen werden. Zukünftig sollen auch exklusive Angebote für Vereinsmitglieder erarbeitet werden, um die Vereinsmitgliedschaft noch attraktiver zu machen.“

Wo sitzt der/die am weitesten entfernte ehem. Absolvent/-in?

„Unsere Alumni sind auf der Welt verstreut. So haben wir einige Absolventen und Absolventinnen, die z.B. zurück in ihre Heimatländer gegangen sind. 2025 konnten wir gemeinsam mit der Hochschulleitung einen Alumnistammtisch in Bangalore/Indien anbieten. Aber auch in Nordamerika, Island oder anderen Ländern Europas sind unsere Absolventinnen und Absolventen vertreten.“

Was bietet das Alumni-Netzwerk der Hochschule Hof?

„Wir begleiten Absolventinnen und Absolventen über alle Lebens- und Karrierephasen hinweg und versorgt sie kontinuierlich mit passenden Angeboten und Kontakten. Ein wichtiger Bestandteil sind dabei unsere Veranstaltungen. Egal ob im persönlichen, kleinen Austausch (wie beim Stammtisch), den Online-Seminaren zur persönlichen Weiterentwicklung oder bei den Großevents, unser Ziel ist es, Formate zu schaffen, die persönliche Begegnungen fördern und die Bindung zur Hochschule stärken.“

Welche Projekte stehen derzeit an?

„Aktuell wird am Mentorenprogramm gearbeitet, das den direkten und langfristigen Austausch zwischen einem erfahrenen Alumnus und einem Studierenden intensivieren und deren persönliches sowie berufliches Fortkommen unterstützen soll. Damit das Netzwerk lebendig und relevant bleibt, ist auch die aktive Mitarbeit der Lehrenden entscheidend. Durch ihre Beteiligung an Veranstaltungen, den Austausch mit Ehemaligen und die Einbindung aktueller fachlicher Entwicklungen tragen sie wesentlich zur Qualität und Attraktivität des Netzwerks bei. Wir laden alle Alumni und Lehrende herzlich ein, sich im Alumni-Netzwerk zu registrieren.

Welche Veranstaltungen stehen 2026 an?

„In diesem Jahr haben wir verschiedene Formate geplant, die sich an alle Absolventinnen und Absolventen aller Jahrgänge richten, egal welche Studienrichtung, welches Abschlussjahr oder welche Karrierestufe. Als Highlights sind das Homecoming am 27. Juni 2026 und eine Reise nach Bangalore im Herbst zu nennen.

Beim Homecoming haben wir ein vielfältiges Programm geplant, um die Erinnerung an die Hochschule und Hof als Studienort wiederzubeleben. Neber einer Keynote im Audimax wird es eine Brauerei- bzw. Stadttour geben und einen gemeinsamen Ausklang mit Essen und Musik im Gründerzentrum Einstein 1. Eine Anmeldung ist über das Netzwerk möglich.

Antje Glück, Alumnimanagerin; Bild: Hochschule Hof;

Im September planen wir zudem eine Reise nach Bangalore. Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten möchten wir Alumni die Möglichkeit geben, begleitet durch unser Team, Bangalore in all seiner Vielfältigkeit kennenzulernen. Das Programm sieht neben dem Kennenlernen eines Startups und der Teilnahme an einem Tech-Summit, u.a. auch den Besuch eines hinduistischen Tempels vor. Wer Interesse hat, gemeinsam mit seiner Hochschule Indien kennenzulernen, darf gerne sein Interesse über das Alumni-Netzwerk bekunden. Wir werden dann weitere Informationen zusenden.

Schließlich führen wir die bewährten Formate wie Stammtische in verschiedenen Orten Deutschlands sowie die Online-Seminare zur Weiterbildung fort.“

Das klingt ja schon vielversprechend. Und darüber hinaus gibt es auch schon Pläne?

„Ja! 2027 wartet ein weiteres Highlight auf uns: Wir planen erstmalig das Silberne Diplom zu verleihen. Diese Auszeichnung soll Absolventen und Absolventinnen übergeben werden, die vor mindestens 25 Jahren ihren Studienabschluss erhalten haben (d.h. an die Abschlussjahrgänge 1998 bis 2002). Diese Veranstaltung wird in die Nacht der Wissenschaften eingebettet sein, um den Alumni die Hochschule mit all ihren aktuellen Themen vorstellen zu können. Wer also selbst in diesem Zeitraum studiert hat, ist herzlich eingeladen, bereits jetzt seine Kontaktdaten im Alumni-Netzwerk zu hinterlassen. In diesem Zuge rufen wir auch herzlich dazu auf, dieses Event im Bekanntenkreis weiterzuerzählen, da die Absolventinnen und Absolventen von damals aufgrund fehlender Kontaktdaten schwer ausfindig zu machen sind.“

Vielen Dank!

Rainer Krauß
Veröffentlichung: 30.04.2026

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