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Berufsinformation aus erster Hand – CONTACTA HochFranken 2025 gestartet!

Mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung sowie einer regionalen Lehrerfortbildung ist die mittlerweile 16. CONTACTA HochFranken in den Räumlichkeiten der Hochschule Hof gestartet. Rund 1300 Schülerinnen und Schüler der Region können sich bei der Ausbildungsmesse am Mittwoch und Donnerstag (24. und 25.9.25 jeweils von 08.30h bis 13.00h) bei 75 Unternehmen sowie durch Expertenvorträge über Berufsausbildungen und Studiengänge informieren. Bei zahlreichen Vorträgen durch die hochfränkischen Serviceclubs und die Hochschule Hof können die jungen Menschen zusätzliche Einblicke in die unterschiedlichsten Berufs- und Studienfelder erhalten.

Die große Berufsinformationsmesse startete wie immer am Vortag mit einer Lehrerfortbildung und der Auszeichnung besonderer P-Seminare; Bild: Hochschule Hof;

Zum Auftakt konnte das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT rund 40 Pädagoginnen und Pädagogen zu einer exklusiven Lehrerfortbildung willkommen heißen. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Dr. Dorothee Strunz referierte die Münchner Sonderpädagogin Dr. Edith Wölfl über ein Thema von hoher Aktualität: „Kinder widerstandsfähig machen – Resilienz in der Schule“. Wölfl gilt als ausgewiesene Praktikerin, die seit Jahrzehnten mit emotional oder sozial belasteten Kindern im Münchner Stadtteil Hasenbergl arbeitet.

In ihrem Vortrag machte Dr. Wölfl deutlich, dass Resilienz – also die psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Risiken – ein entscheidender Faktor für die gesunde Entwicklung von Kindern ist. Dabei sei der Begriff in der Alltagssprache zwar inflationär verwendet, seine Bedeutung für die pädagogische Praxis bleibe jedoch zentral: „Was für schwierige Kinder passt, passt immer auch für alle Kinder“, so Wölfl. Sie verwies auf internationale Studien, wie die berühmte Kauai-Studie von Emmy Werner, die belegen, welche Faktoren Kinder trotz schwieriger Ausgangslagen stark für das Leben machen.

Dr. Edith Wölfl, Autorin und Sonderpädagogin aus München; Bild: Hochschule Hof;

Risikofaktoren und Schutzmechanismen

Besonders eindrücklich stellte die Referentin den Gegensatz zwischen Risikofaktoren – etwa Armut, Gewalt in der Familie oder häufige Schulwechsel – und Schutzfaktoren dar. Letztere können sowohl im Kind selbst liegen, beispielsweise in Intelligenz, sozialen Kompetenzen oder der Fähigkeit, Hilfe anzunehmen, als auch aus Familie und Umfeld erwachsen. Verlässliche Bezugspersonen, positive Rollenmodelle wie engagierte Lehrkräfte und ein unterstützendes soziales Umfeld seien zudem entscheidend, um jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen. Damit, so Wölfl, ließen sich auch die Folgen schwerer Krisenerfahrungen abmildern und Chancen auf ein gelingendes Leben erhöhen.

Methoden zur Steigerung der Resilienz

Um Resilienz bei Kindern effektiv zu fördern, sei es wichtig, gezielt ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung zu schulen, negative Denkmuster in positive Sichtweisen umzuwandeln und sowohl die Selbstregulation als auch die Selbstwirksamkeit zu stärken. Ergänzend sollten Kinder Methoden zum Umgang mit Stress und Strategien zur erfolgreichen Problemlösung erlernen. „Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Entwicklung sozialer Kompetenzen, dem Aufbau positiver Freundschaftsbeziehungen und der Vermittlung von Basiskompetenzen wie Freundlichkeit“, erklärte Dr. Edith Wölfl. Ebenso sei es von Vorteil, das Elternhaus eng einzubinden und kompetente sowie fürsorgliche Erwachsene im Umfeld des Kindes in die Arbeit einzubeziehen. „Resilienz kann nur wachsen, wenn Kinder in einem unterstützenden Netzwerk von Familie, Schule und Gemeinschaft aufwachsen“, betonte Wölfl.

Glaube an die Stärken des Kindes

Darüber hinaus hob sie hervor, wie entscheidend auf der Seite von Lehrerinnen und Lehrern der Glaube an die Stärken des Kindes, klare und konsistente Regeln sowie ein wertschätzendes und warmherziges Klima seien. Ein hoher Leistungsstandard, das Anstreben von Zielen und eine konstruktive Feedbackkultur tragen ebenfalls dazu bei, die Anstrengungsbereitschaft junger Menschen zu fördern. Ihre Botschaft fasste sie schließlich in einem eindringlichen Bild zusammen:

Make them feel successful! Das Klassenzimmer ist ein Raum der Hoffnung!”

Dr. Edith Wölfl

Auftaktveranstaltung

Zur anschließenden Auftaktveranstaltung kamen rund 150 Gäste aus Schulen, Wirtschaft und den unterstützenden Serviceclubs in den größten Vorlesungsraum der Hochschule Hof.

Dr. Dorothee Strunz, Vorsitzende Wirtschaft des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT sowie Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Vizepräsident Lehre und Weiterbildung der Hochschule Hof, begrüßten die Gäste – nicht ohne auch Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla und die Vertreterin des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberfranken, Martina Schmidt-Kessel, um ein Grußwort zu bitten.

Hochfranken gehört zu den Zukunftsregionen Bayerns und auch diese Botschaft soll in diesem Jahr von der CONTACTA ausgehen!”

Dr. Dorothee Strunz, Vorsitzende Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT

Für Schülerinnen und Schüler sind heute viele Chancen da. Aber vielleicht führen die vielen Chancen auch zu einer gewissen Orientierungslosigkeit. Das neue Konzept der Messe bietet die Möglichkeit sich zielgerichtet über Ausbildung oder Studienangebot zu informieren.“

Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Vizepräsident Hochschule Hof

„Bei der CONTACTA werden funktionierende Brücken gebaut – zwischen Theorie und Praxis. Und Brücken in die Zukunft unserer Region. Die CONTACTA liefert authentische Einblicke in unsere Unternehmen und in die Arbeitswelt. “

Eva Döhla, Oberbürgermeisterin Stadt Hof

„Es gibt nur Umwege, es gibt keine falschen Wege und es gibt auch keine Sackgassen – bei den wenigsten von uns ist der Berufsweg immer ganz geradlinig verlaufen. Die Arbeitswelt bietet viele Alternativen und viele Chancen für junge Menschen – auch für Rückkehrer in die Region!“

StDin Martina Schmidt-Kessel, Stellvertreterin des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberfranken und Schulleitung Jean-Paul-Gymnasium Hof

Podiumsgespräch

In einem Gespräch mit StDin Maniana Füg, Oberstufenkoordinatorin am Jean-Paul-Gymnasium Hof, vertiefte anschließend Dr. Edith Wölfl, Referentin der Lehrerfortbildung, dann noch einmal das Thema „Resilienz für Schülerinnen und Schüler“ und resümierte: „Die Schule muss anfangen die Stärken der Kinder zu würdigen und ihnen so auch Vertrauen und Freude vermitteln statt sich nur auf die Schwächen zu konzentrieren. Lehrerinnen und Lehrer unterrichten schließlich keine Fächer, sondern Kinder. Die Schülerinnen und Schüler wiederum müssen akzeptieren, dass es niemals Leistung ohne einen gewissen Leistungsdruck geben wird – auch das gehört dazu“, so Dr. Wölfl.

Ausgezeichnete P-Seminare und Projekte

Höhepunkt war wie immer die Prämierung herausragender P-Seminare durch die Unternehmerinitiative Hochfranken, deren Sprecher Jürgen Werner, die Auszeichnung vornahm.

Die Preisträger

Es wurden vier gleichwertige Preise verliehen, darunter ein Sonderpreis für besonderen Einsatz in der beruflichen Orientierung.

Jean-Paul-Gymnasium Hof (300 €)

Seminar: „Hofer Frauenleben. Starke Geschichten. Starke Frauen“
Leitfach: Geschichte
Lehrkraft: Kathrin Rau

Die Schülerinnen und Schüler entwickelten einen Podcast, in dem sie Frauenpersönlichkeiten aus der Region porträtierten. Die Beiträge verknüpfen historische wie aktuelle Biografien mit regionaler Kulturgeschichte und werden künftig auch in einer Ausstellung des Museums Bayerisches Vogtland als Hörstation sowie online in Form einer Podcast-Serie zugänglich sein.

Kriterien, die die Jury überzeugt haben:

  • Nachhaltige Verankerung in der Region Hochfranken
  • Förderung von kultureller Bildung für junge Menschen
  • Viele externe Partner
  • Umfangreiches und umfassendes Projekt
Preiswürdig: Das Seminar „Hofer Frauenleben. Starke Geschichten. Starke Frauen“ des Hofer Jean-Paul-Gymnasiums; Bild: Hochschule Hof;

FOSBOS Hof (300 €)

Projekt: „Vom SMV-Raum zum Raum für Alle“
Lehrkraft: Melanie Fuchs

Mit handwerklichem Geschick und durchdachtem Konzept gestalteten die Jugendlichen einen multifunktionalen Begegnungsraum, der sowohl zum Lernen als auch zum Austausch und zur Erholung genutzt werden kann.

Kriterien, die die Jury überzeugt haben:

  • Nachhaltige und durchdachte Gestaltung eines Raums, der der Schulfamilie zugutekommen wird
  • Schaffung eines Lern- und Erholungsraums für Schülerinnen und Schüler
  • Förderung des Schulklimas
Für das Projekt „Vom SMV-Raum zum Raum für alle“ wurde die Berufliche Oberschule Hof – Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule ausgezeichnet; Bild: Hochschule Hof;

Schiller-Gymnasium Hof (300 €)

Seminar: „Edu Breakout“
Leitfach: Mathematik
Lehrkraft: Alexandra Ströhla

Die Schülerinnen und Schüler entwickelten spannende Escape-Boxen für den Mathematikunterricht in der 6. Jahrgangsstufe. Jede Box verbindet narrative Geschichten mit anspruchsvollen Rätseln und macht so den Unterricht spielerischer und nachhaltiger.

Kriterien, die die Jury überzeugt haben:

  • Viele externe Partner
  • Nachhaltige Nutzung des Produkts möglich: kommt nicht nur dem aktuellen Jahrgang zugute, sondern wird auch in Zukunft in den Schulalltag eingebaut
Für „Edu Breakout“ erreichte das Schiller-Gymnasium Hof eine Auszeichnung; Bild: Hochschule Hof;

Sonderpreis

Jean-Paul-Gymnasium Hof (300 €)
Seminar: „Abi – und was dann?“
Leitfach: Wirtschaft & Recht
Lehrkraft: Barbara Leupold

Das Seminar setzte sich intensiv mit den Orientierungsproblemen vieler Abiturientinnen und Abiturienten auseinander. Ergebnis war eine Broschüre, ergänzt durch eine Infoveranstaltung mit Studierenden und Fachleuten, die Mitschülerinnen und Mitschülern konkrete Hilfestellung für die Zeit nach dem Abitur bietet.

Kriterien, die die Jury überzeugt haben:

  • Innovative und praxisnahe Unterstützung der Berufsorientierung
  • Nachhaltige Wirkung für künftige Jahrgänge
  • Starke Vernetzung und aktive Einbindung externer Partner
Der Sonderpreis der Unternehmerinitiative Hochfranken ging in diesem Jahr an das Jean-Paul-Gymnasium Hof; Bild: Hochschule Hof;

Zum Ausklang des Abends dankte Dr. Dorothee Strunz allen Partnern, Unterstützern und Mitwirkenden der CONTACTA und eröffnete das anschließende Get-together – eine Gelegenheit, die Gäste ausgiebig zum Netzwerken nutzten.

Hintergrund:

Die CONTACTA HochFranken wird durch das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Hof, die Hochschule Hof wie durch den Rotary Club Hof-Bayern, den Rotary Club Hof-Bayerisches Vogtland, den Lions Club Hochfranken und den Lions Club Hof sowie den Soroptimist International Club Hof unterstützt. Die Berufsinformation deckt insgesamt 36 Berufsfelder ab. Insgesamt 13 Schulen aus Hochfranken und auch darüber hinaus nehmen daran teil. Darunter sind unter anderem die Gymnasien aus Hof, Kronach und Bad Lobenstein. Auch die Hochschule Hof selbst präsentiert während 20 Vorträgen ihr Studienangebot im Bereich Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Informatik sowie interdisziplinäre und innovative Wissenschaften.

Weitere Informationen und vollständiges Programm: www.contacta-hochfranken.de

Rainer Krauß

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