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Bayerische Raumfahrt gewinnt an Schub – das ifm und 2x „Astro-Alex“ sind dabei!

Letzte Woche hat sich das Institut für Materialwissenschaften (ifm) gleich an zwei wichtigen Raumfahrtveranstaltungen in Bayern beteiligt: Zum einen an der internationalen Fachmesse Airtec in München, bei der es insbesondere um die künftige Ausrichtung in der Luft- und Raumfahrt ging. Zum anderen am bayerischen Raumfahrtgipfel in Weßling/Oberpfaffenhofen, bei dem sich die bayerische Raumfahrt-Community traf. Alexandra Luft, Forschungsgruppenleitern für Innovative Textilien am ifm, nahm an beiden Veranstaltungen teil.

Astronaut Alexander Gerst und Alexandra Luft vom Institut für Materialwissenschaften der
Hochschule Hof (ifm); Bild: Hochschule Hof;

Frau Luft, Sie waren bei der Raumfahrt-Messe dabei und haben auch am Raumfahrtgipfel in Weßling teilgenommen. Wie kam es zu den beiden Teilnahmen?

Alexandra Luft: “Es scheint nach Corona gerade einen Neustart der Aktivitäten im Bereich der bayerischen Raumfahrt zu geben. Deswegen haben wir uns zur Messe in München angemeldet. Aufgrund der schon länger laufenden Aktivitäten und Projekte für den Bereich Raumfahrt waren wir dann von der Staatsregierung auch zum Gipfel in Weßling eingeladen. Nachdem es um das bayerische Projekt Bavaria One ruhiger geworden war, freut sich die Space-Community jetzt, dass es wieder losgeht. Rund 50 Mio. Euro will der bayerische Staat in den nächsten Jahren insbesondere für neue Satelliten bereitstellen. Ministerpräsident Söder hat dies auf dem Gipfel erklärt. Für das ifm eine spannende Sache, denn mit dem Reflektor-Netz-Projekt hat sich unser Institut in Zusammenarbeit mit der Firma HPS schon einen Namen gemacht. Daran wollen wir anknüpfen.”

Eine Modell des Raumlabors “Columbus” von der Europäischen
Weltraumbehörde ESA; Bild: Hochschule Hof;

Wie haben Sie den Gipfel wahrgenommen?

“Für mich war er sehr gut zum Netzwerken, denn es waren nicht nur Hochschulen sondern auch viele Firmenvertreter aus der Raumfahrt dabei. Besonders gefreut hat es mich auch, dass ich unseren Partner aus dem Reflektor-Netz-Projekt wiedertreffen konnte: Dr. Ernst K. Pfeiffer, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Verbandes mittelständischer Raumfahrtunternehmen ist. Wir überlegen, wie wir neue Projekte angehen und natürlich haben wir auch nach neuen Partnern Ausschau gehalten.

Ein weiteres Modell – hier der internationalen Raumstation ISS; Bild: Hochschule Hof;

Wir wollen weiter in diesem Bereich forschen und unseren Beitrag für den Ausbau der bayerischen Raumfahrtaktivitäten leisten.”

Hatten Sie die Möglichkeit, mit einem der beiden Astronauten Alexander Gerst oder Matthias Maurer zu sprechen?

“Ja, das war recht einfach. Ich hatte eine Unterredung mit Alexander Gerst, weil er mir meinen Spitznamen geklaut hat: “Astro-Alex“. Er hat dazu gelacht und wir hatten noch ein gutes Gespräch.”

Alexandra Luft (ifm) zusammen mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger; Bild: StMWi/ Elke Neureuther;

Was war das Spannendste für Sie auf dem Gipfel?

“Das Treffen mit Alexander Gerst und Wirtschaftsminister Aiwanger. Es war schon interessant so nah an den „entscheidenden Menschen“ zu sein und sich mit ihnen austauschen zu können.”

Das ifm hat ja schon erfolgreich ein Weltraumprojekt abgewickelt. Was steht demnächst an?

“Aktuell läuft unser Projekt RuRoRa (Gestänge für Satelliten) noch bis Mitte 2023. Eine weitere Projektoption hat sich auf dem Raumfahrtgipfel aufgetan. Ich habe einen alten Bekannten aus dem Reflektoren-Projekt getroffen, der ein spezielles Problem hat, zu dem wir wahrscheinlich eine Lösung anbieten können. Weiterhin habe ich Prof. Schilling (ehemals Uni Würzburg – Zentrum für Telematik GmbH)  getroffen und mit ihm die Zusammenarbeitspläne, also eine gemeinsame Skizze im Bereich Space-Debris aufgefrischt. Hier müssen wir die Ideen noch weiter ausarbeiten. Letztendlich hat uns Corona in der Zusammenarbeit Zeit gekostet und die Kontakte sind etwas „eingeschlafen“. Aber jetzt geht es wieder los und für mich persönlich war die Veranstaltung super-motivierend. Ich hatte das Gefühl, dass die ganze Raumfahrt-Gemeinschaft jetzt neu eingeschworen ist.”

Frau Luft, vielen Dank für das Gespräch.


Anne Habbel

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