Textilien sind längst weit mehr als Stoffe für Kleidung. Sie kommen in Raumfahrt und Mobilität ebenso zum Einsatz wie in Medizin, Umwelttechnik oder beim Recycling. Genau diese Bandbreite stand im Mittelpunkt der diesjährigen PolitFashionNight am 22. September 2026 in der Bayerischen Vertretung in Berlin. Unter dem Titel „HighTex aus Bayern“ brachte der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie gemeinsam mit dem Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie Forschung, Wirtschaft, Politik und Modedesign zusammen. Die Hochschule Hof war dabei gleich mehrfach vertreten.

Prof. Dr. Frank Ficker brachte die Perspektive der textilen Forschung in eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion ein, während Professorin Martina Ziegenthaler mit Studierenden des Studiengangs Textildesign eine Präsentation ausgewählter Designs auf die Bühne brachte.
Textile Forschung ist Hightech
Nach einem Impuls der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, diskutierte Prof. Dr. Frank Ficker, Leiter des Instituts für Materialwissenschaften der Hochschule Hof (ifm), gemeinsam mit Dr. Philipp von Waldenfels, Präsident des Bayerischen Textil- und Bekleidungsverbandes, und der Modedesignerin Laura Theiss über die Bedeutung des Zusammenspiels von Forschung, Ausbildung und Industrie.



Für Prof. Dr. Frank Ficker ist die Verbindung dieser unterschiedlichen Perspektiven ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Innovation. Am Institut für Materialwissenschaften der Hochschule Hof (ifm) entstehen unter anderem Strukturen für Raumfahrtanwendungen, intelligente Agrartextilien, Recyclingkonzepte und nachhaltige Dämmstoffe aus regionaler Schafwolle. Damit steht das Institut exemplarisch für eine Entwicklung, die die gesamte Branche prägt: Textile Materialien werden zunehmend zu Hightech-Werkstoffen für unterschiedlichste Anwendungen. „Innovation entsteht nicht isoliert. Sie entsteht dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven aufeinandertreffen“, lautete der Leitgedanke der Veranstaltung. Die PolitFashionNight machte damit sichtbar, wie eng Forschung, industrielle Anwendung und Gestaltung inzwischen miteinander verbunden sind.
Vom Forschungslabor auf den Laufsteg
Dass textile Innovation nicht nur im Labor stattfindet, sondern auch eine ästhetische und gesellschaftliche Dimension besitzt, zeigte der zweite große Beitrag der Hochschule Hof: Bei einer Modenschau wurden ausgewählte Abschlusskollektionen des Studiengangs Textildesign vom Campus Münchberg präsentiert. Die gezeigten Arbeiten verbinden kreative Gestaltung mit Materialkompetenz, Nachhaltigkeit und neuen textilen Technologien. Das Spektrum reicht dabei von modularen und wandelbaren Bekleidungskonzepten über konsequentes Upcycling bis hin zu bioaktiven Strickwaren mit funktionalen Eigenschaften. Damit wird auf dem Laufsteg sichtbar, was im Textildesign-Studium der Hochschule Hof einen zentralen Stellenwert besitzt: die Verbindung von Gestaltung, Material, Technologie und nachhaltigem Denken.
Textildesign aus Münchberg mit bundesweiter Bühne
Der Studiengang Textildesign am Campus Münchberg verbindet traditionelles textiles Know-how mit digitalen Entwurfstechniken, modernen Produktionsverfahren und nachhaltigen Lösungsansätzen. Im Bachelorstudium beschäftigen sich die Studierenden unter anderem mit Materialität, Farbe, Form, textilen Technologien, digitalem Design, Konstruktion und Recycling. Durch projektorientiertes Arbeiten entstehen dabei regelmäßig Kollektionen und Produkte, die auch außerhalb der Hochschule präsentiert werden.
Die „PolitFashionNight“ bot den Studierenden eine besondere Bühne: Ihre Arbeiten wurden im Umfeld von Politik, Wirtschaft, Forschung und Industrie. Dazu Professorin Martina Ziegenthaler, die im Studiengang Textildesign für das Lehrgebiet Modedesign verantwortlich ist: „Die Einladung nach Berlin war eine hervorragende Gelegenheit, die Leistungen unserer Studierenden einem überregionalen Publikum zu präsentieren und die Hochschule Hof einmal mehr als innovativen Standort für Textildesign sichtbar zu machen.“

Die PolitFashionNight machte damit eine Entwicklung sichtbar, die auch am Campus Münchberg seit Jahren gelebt wird: Die Zukunft des Textilen entsteht dort, wo Wissenschaft, Technologie, Gestaltung und Praxis zusammenkommen.



