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Wie der StudiengangsGenerator der Hochschule Hof Studieninteressierte auf Kurs bringt

In wenigen Klicks zum passenden Studium: Die Wahl des richtigen Studiengangs gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben junger Menschen. Um Studieninteressierten Orientierung zu geben, hatte die Hochschule Hof mit ihrem innovativen StudiengangsGenerator im März 2025 ein bundesweit beachtetes Tool entwickelt. Statt sich durch unzählige Studienangebote zu kämpfen, gelangen Interessierte anhand ihrer persönlichen Interessen und Themenfelder schnell zu passenden Studienmöglichkeiten – und können ihr Studium teilweise sogar individuell gestalten. Im Gespräch erläutert Prof. Dr.-Ing. Marco Linß, Initiator des Projekts, wie die Idee entstand, welche Erfahrungen die Hochschule seit dem Start gesammelt hat und welchen Beitrag der Generator zur Studienorientierung leistet.

Der StudiengangsGenerators auf www.hof-university.de;

Herr Professor Linß, wie entstand die Idee, einen StudiengangsGenerator für die Hochschule Hof zu entwickeln?

„Den allerersten StudiengangsGenerator gab es für unseren Studiengang Ingenieurwissenschaften, bei dem man unterschiedliche Studienrichtungen und -schwerpunkte wählen und kombinieren kann. Als dieser auf unserer Website der Hochschule landete, gab es rasch Nachfragen aus den Reihen der Dekane, die sich das auch für ihre Studiengänge wünschten und mich fragten, ob ich mir vorstellen könne, so etwas zu entwickeln. Leichtsinnigerweise habe ich mich darauf eingelassen! (lacht).

Ich war aber natürlich auch selbst von der Idee überzeugt und davon, dass uns so ein Tool als Hochschule weiterbringen würde.“

Welche Herausforderungen mussten Sie und Ihr Team bei der Konzeption und technischen Umsetzung des Generators bewältigen?

„Am Anfang war ich auf der Hochschulseite tatsächlich Einzelkämpfer, bei den späteren Versionen kam dann Prof. Dr. Sven Rill dazu. Die größte Herausforderung lag ganz eindeutig darin, die vielen Sonderfälle, welche die Studien- und Prüfungsordnungen definieren, in ein gemeinsames System zu bringen – es musste ja alles in eine Datenstruktur passen. Und es müssen am Ende auch Menschen ohne EDV-Kenntnisse verstehen, insbesondere, wenn es um die Pflege der dahinterliegenden Daten geht. Alle intern Betroffenen auf diesem Weg mitzunehmen, war zusätzlich eine enorme kommunikative Herausforderung, da jeder ja auch seine speziellen Ideen zur Gestaltung oder zur Funktionsweise des Generators einbrachte.“

Das hört sich sehr kompliziert an…

„Da will ich gar nicht widersprechen. Ich kenne an großen Universitäten einige Menschen, die seit 10 Jahren an einer solchen Lösung arbeiten und nicht so weit kommen – aus unterschiedlichsten Gründen.“

Schön, dass es bei uns geklappt hat! Nach welchen Kriterien und Mechanismen werden Studieninteressierte zu den für sie passenden Studiengängen geführt?

„Wir bieten unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten. Insbesondere kann man sich Themengebiete heraussuchen, die einen interessieren. Viele junge Leute haben ja ein Thema im Kopf, mit denen sie sich beschäftigen wollen – sie wissen oft aber nicht, was alles dazu gehört. Das ist also eine geführte Reise durch unsere Angebote.“

Bild: Hochschule Hof;

Welche Rückmeldungen haben Sie seit dem Start des Generators von Studieninteressierten, Studierenden oder Studienberatern erhalten?

„Ich und auch viele Kolleginnen und Kollegen stellen immer wieder fest: Bei komplexen Dingen ist diese Art der Visualisierung, wie sie der Generator bietet, ein großer Vorteil. Man kann dabei spielerisch an seiner Zukunft bauen. Und man kann Lösungen im Generator natürlich auch schnell rückgängig machen. Im Bereich der Studienberatung lassen sich so Gespräche auch besser steuern, weil die angebotenen Lösungen transparent und nachvollziehbar sind. Unsere Botschaft ist dabei immer: Wir empfehlen nicht irgendetwas, sondern wir reden mit Euch und wir nehmen Euch ernst. Übrigens haben wir den Aufbau des Tools auch projektmäßig durch Studierende begleiten lassen und ihre Ideen sind und werden mit in die Darstellungen des StudiengangsGenerator einfließen“

Gab es Erkenntnisse oder Überraschungen bei der Nutzung des Tools, mit denen Sie ursprünglich nicht gerechnet hatten?

„Viele positive Überraschungen und Entwicklungen tatsächlich! Das Tool ist mittlerweile zum Beispiel bei der Akkreditierung von Studiengängen mit eingebunden. Das ist sehr effektiv, da es so eine gemeinsame Datenquelle gibt, beruhend auf den verschiedenen Studien- und Prüfungsordnungen. Außerdem können wir unsere Modulhandbücher mittlerweile live im Generator erzeugen. Das heißt, dass im Hintergrund wieder nur eine Quelle gepflegt werden muss, was die Arbeit insgesamt vereinfacht.“

Wie hat sich die Nutzung des StudiengangsGenerators seit seiner Einführung entwickelt? Können Sie Trends oder Veränderungen im Nutzerverhalten erkennen?

„Beim Tracking stehen wir tatsächlich noch am Anfang. Ein Trend ist aber schon klar:  Die Leute schauen sich nicht mehr die Studien- und Prüfungsordnungen an, sondern bedienen sich viel lieber der bildhaften Darstellung im Generator.“

Prof. Dr.-Ing. Marco Linß; Bild: Hochschule Hof;

Welchen konkreten Nutzen bringt der StudiengangsGenerator für die Hochschule Hof – beispielsweise im Bereich Studienberatung, Recruiting oder Sichtbarkeit?

„Ein großer Effekt ist der auf Messen und in Schulen, wo das sehr gut vorgeführt werden kann. Das ist natürlich eine ganz andere Sache als zum Beispiel trockene Folien zu präsentieren. Bei dieser Zielgruppe kommt der StudiengangsGenerator sehr gut an. Die Studieninteressierten können sich ihren Studiengang komplett selbst zusammenbauen und intuitiv umsetzen.“

Wenn Sie heute auf das Projekt blicken: Welche Weiterentwicklungen oder neuen Funktionen würden Sie künftig gerne im StudiengangsGenerator umsetzen?

„Wir holen natürlich durchgängig Feedback ein. Der Kollege Prof. Rill und die Kollegin Prof. Günther haben in einem Modul ihre Studierenden darauf angesetzt und fragten zum Beispiel, wie die Oberfläche des Generators am besten aussehen sollte. Es kommen immer noch viele Ideen dazu und das Thema wächst. Natürlich kommt auch die Frage nach einer App und wir sprechen darüber inwieweit wir in Zukunft unsere KI einbauen möchten.“

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Rainer Krauß
Veröffentlichung: 29.07.2026

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